Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 2)
- Language
- German
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44 Recension. meist in Amsterdam, wo er eine Kunstschule gründete. In seiner Jugend schon hatte er sich eine bedeutende Anerkennung als Zeichner und Kuvferstecher erworben, besonders rühmte man sein Talent als Nachbildner alter Meister, hauptsächlich ■ Rembrandts. Sparer schadete er seinem Nuf durch flüchtige Arbeit, zu der ihn die Masse der an ihn gestellten Ansorder« ungen verleitete. Am bekanntesten ist er eben durch die Kupfer p dem obengenannten Werke» und es darf der pariser Ver« lagsbuchhandlung von Durlacher zum großen Verdienst angerechnet werden, die l7 Kupfer, welche Scenen aus dem jüdischen Leben enthalten, durch Vervielfältigung auf heliographischem Wege weiten Kreisen zugänglich gemacht zu haben. Diese Kupfer stellen dar: l) aur oem Titelblatt einen jüdischen Beter, 2) Beschneidung, 3) Auslösung des Erstgeborenen, 4) Trauungs« seierlichkeiten nach vorrugiesifchem Ritus, 5) dasselbe nach deut« schem Ritus, 6) ur.D 7) Begräbnißfeierlichkeiten nach beiden Riten, 3) Entfernung des Sauerteiges, 9) Sederabend, 10)! Ausheben der Thora, 11) Priestersegen, 12) Schofarblassn am Neujahrsfest, 13) Gottesdienst am Versöhnungstag, 14) Mahl in der Laubhütte, lö) Umzug mit den Palmzwsigen, 16) Gottesdienst am Tag der Gesetzesfreude, 17) Heimführnng des Chatan Thora und Chatan Bereschit. Haben diese Biloer nun auch wie gesagt keineswegs den Reiz der in ihrer einfachen Wahrheit packenden Oppenheim'schen Familienscenen, so erregen sie in hohem Grad unser Jnteresie durch ihren kulturhistorischen Werth. Oppenheim's und Picart's Bilder unterscheide:: stch wie ein Liebeslied von Heine und ein Artikel in Lübksr's Reallerikon. Oppenheim schöpft aus der Tiefe innerster Emrüutmng, er ist eins mit seinem Bilde, das sin Stück ist feines Geistes, seines Herzens, seiner Kinderphantaste. Picard zeichnet Bilder zu einem gegebenen Texte, er geht in die jüdischen Tempel von Amsterdam, sucht die Juden