Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erinnerungen und Hoffnungen dieser "Monatsschrift"
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829598-2829600-2844773--22661-2844801- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
16 Erinnerungen und Hoffnungen dieser „Monatsschrift. letzten Jahrgang bewegten sich nach dieser Richtung hin, und - die Zustimmung, welche dieselben gefunden, wird den Herausgeber ermuntern, auch künftig in derselben sreimüthig objectiven, maaßhaltendeu, gemeinfaßlichen Weise bedeutsame Zeitfragen zu erörtern oder bedeutenden Persönlichkeiten der jüngsten Vergangenheit eine eingehende Betrachtung zu widmen. Was die Betrachtungsweise dieser Blätter von der der jüdischen Wochenblätter unterscheide, sei der weitere Gesichtskreis, da hier die Erscheinungen mehr sub specie aeterni, in jenen mehr sud speciemomenti bewachtet werden, und auch die Darstellung bewege sich stets innerhalb der Grenzen einer strengen, allem Persönlichen fremdbleibenoen Objectivität. Die Wochenblätter erscheinen jetzt zumeist mit literarischen Beilagen. Unleugbar wirken sie damit vieles Gute und bringen nützliche Erkenntn-.üe in weitere Kreise, machen — in den Rerensionen zumal — auf wichtige Neuheiten in der Literatur aufmerksam und brereu selbst Fachgenosseu mancherlei Anregung; allein ebenso wenig kann geleugnet werden, das; durch die Vervielfältigung der Fundorte für wissenschaftliche Notizen kommenden Forschern das'Suchen ungeheuer erschwert wird, und daß schon jetzt die Kräne der Kundigen und Arbeitenden sich zersplittern. In dreier Beziehung wäre eure gegenseitige Begrenzung der Anfnaümsgsbiöte für wissenschaftliche Arbeiten von allseitigem Vortheil. Was mit dem ganzen Arbeitsfelds, dessen Urbarmachung ein Forscher sich zur Aufgabe gemacht hat, in innigerem, systemarüchen Zusammenhänge steht, was gleichsam ein einzelner Baustein ist in dem Baue, dazu er im Innern sich einen Plan entworfen, das lege er in eine fachwissenschastliche Zeitschrift nieder, was aber zusammenhangslose Einzeln« erkenntuisse sinr, roer vielleicht nur gute Einfälle, Facetien *• — ein Ersatz für das frühere nnn1? (acumiais causa) —, das gehört in dis literarischen Beiblätter.