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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 1
Article
Der Gedankeninhalt des Psalmes 109
Date
1878-01-01
Page
Seite 4 (sequence 2)
Language
German
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4 Der Gedankeninhalt des Psalmss 109. Rache, folglich kann ein Psalmist haarsträubende Flüche und Verwünschungen ausgesprochen haben. Es ist wahrhast beschämend, auf wie niedriger Stufe die alttestamentlichs Sä riftauslegung, oder — um diese Disciplin ihrer theologischen Traverie zu entkleiden, sagen wir — auf wie niedriger Stufe die hebräische Philologie noch steht, daß dieser Psalm gegen den lautsprechenden Wortsinn so falsch ausgelegt worden, und daß daraus gehässige Consequenzen für den Geist dieser Literatur oder für den Lehrgehalt des Zudenthums gezogen werden können! Auf keinem anderen Literaturgebiete ist eine solche Verkennung möglich: Wie denn, soll wirklich der Psalmist seine Feinde sograuenerregend verwünscht haben, er, der in einem Verse sich mit den Worten an Gott wendet: ״M v g e n sie verwünschen, und du wirst segnen"? Das steht deutlich tit demselben Psalm Vers 26. Damit ist ja mit unverkennbarer Temlichkeit gegeben, daß nicht der Psalmist Verwünsäiungen gegen seine Feinde ausspricht, sondern umgekehrt, diese gegen ihn. Und auch Ewald, obwohl er richtig den Sinn dieses Verses ovrativisch aufgefaßt hat, nahm an, daß der verfolgte Dichter, weil heftig verletzt, Verwünschungen ausstoße. Allerdings, Huvfeld mochte sich nicht in einen solchen Widerspruch in Gedankengang verwickeln; darum legte er diesen Vers nicht optativisch, sondern als Umstandssatz zum folgenden aus. Er glaubte einen Anhalt dafür zu haben, weil im folgenden V. כןטו רכשו steht. Er hat aber nicht in Erwägung gezogen, ob diese L.A. auch gestchert ist, die doch syntaktisch zum Voraufgehenden und Folgenden nicht paßt. Warum denn hier das Tempus der Vergangenheit? Er hat nicht beachtet: daß die griechische Ueberiesung eine sinngemäßere L.A. bietet: ot imiviaxitfxsvoC Mi alaxuvdrjTujaav, d. h. 5ןמי גבשו ועבדך ישמח. Das ist doch ein correktec Text. Folglich sind sämmtliche Verse von 27 bis 31 01י Wunsch ausgesprochen, folglich drückt auch der

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