Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 1)
- Language
- German
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88 Recensionen. Kecenstonen. Alfred von Gutschmid. Neue Beiträge zur Geschichte des alten Orients. Die Assyriologie in Deutschland. Leipzig 1876. Teubner 152 S. Herrn von Gutschmid ist eine beneidenswerthe Rolle \vlgefallen, mit herkulischer Kraft gegen Ungethüme zu kämpfen und sie zu besiegen. Einmal ist es ihm völlig gelungen, historische Monstra aus der Welt zu schaffen. Als Chwolson es unternommen hatte, die agricultura Nabataeorum von Jbn-Wachschijah zu ediren, und ihr einen Prodromus vorangehen ließ: über die Ueberreste der altbabylonischen Literatur in arabischen Uebersetzungen, begannen optimistische Historiker, vor Allem Ewald, nach diesen angeblich antediluvianischen Quellen an der bis dahin ausgeprägten Urgeschichte des Menschengeschlechtes zu modeln und gewissermaßen eine präadamitische Geschichtsperiode auszuweiten. Dawandi, Ankebuthsa und noch andere Persönlichkeiten mit unerhörten Namen sollen lange vor Adam gelebt und eine Cultur angebahnt haben. Diese Historiker begannen die Schriften der angeblichen Autoren Jarbuka, Kuthsami, Thenkoloscha, welche Jbn-Wachschijah citirt, alles Ernstes als Geschichtsquellen zu behandeln. Da kam Gutschmid und säuberte mit Aufgebot ebenso großer Gelehrsamkeit wie kritischen Taktes die Geschichte von den präadamitischen Ungethümen. Er wies nach, daß Jbn-Wachschijah ein gewandter Fälscher des 10. Jahrhunderts nachchr. Z. war und Bettelkram zusammengestoppelt hat, um den auch von den Mohammedanern adoptirten Bibelglauben zu untergraben (Z. d. D. M. G. Jg. 1861). Seit der Zeit ist keine Rede mehr weder von Kuthsami und