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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 1 · p. Seite 28

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 1
Article
Mardochai ben Hillel, sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten
Date
1877-01-01
Page
Seite 28 (sequence 3)
Language
German
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28 Mardochai ben Hillel, und gefeierte Gesetzeslehrsr, den Deutschland nach dem Tode Me'irs von Rothenburg hervorgebracht hat. Sein Name zählt zu den bekanntesten in der großen, das jüdische Religionsgesetz behandelnden Literatur; er ist wohl kaum Jemandem fremd geblieben, der sich mit talmudischen Studien eingehender beschäftiget hat. Und doch dürfte es kaum noch einen zweiten bedeutenderen jüdischen Literator des Mittelalters geben, über besten Leben so wenige und so unzuverlässige Nachrichten, und dafür so viele irrige Angaben auf uns gekommen sind, wie über Mardochai b. Hillel. Das tragische Geschick, das ihn mit Weib und Kindern unter den Streichen erbarmungsloser Mörder verbluten ließ, scheint ihn selbst nach dem Tode noch verfolgen zu wollen. Die Erinnerung an ihn ist bei der Nachwelt verblaßt. Sie hat über ihn, der ihr über so viele Andere die werthvollsten Berichte erhalten hat, kauni einige kärgliche Notizen bewahrt, welche das Dunkel, das sich über sein Leben und Wirken gebreitet hat, nur noch verdichteten, statt es zu erhellen; ja, sie hat sogar den Versuch gemacht, seinen Namen zu verunglimpfen und seinem Andenken einen Makel anzuheften. Seine Schriften sind theils verloren und vergessen, theils wenig gekannt und noch weniger beachtet, theils endlich in einer unglaublich verstümmelten Gestalt auf uns gekommen. Letzteres gilt besonders von dem umfangreichen Buche, das seinen Namen trägt. Die spätere rabbinische Literatur besitzt kaum ein namhafteres Werk, das dieses Buch nicht ausgeschrieben oder doch angeführt, immer aber als Autorität citirt hätte. Das ״Buch des Mardochai" ist zu wiederholten Malen umgearbeitet, ausgezogen und gekürzt und selbst in dieser entstellten Form viel benutzt worden. Es ist commentirt uud supercommentirt und auf manchen rabbinischen Hochschulen als selbstständiger Lehrgegenstand behandelt worden, und hat so allmälig Me eigene kleine Literatur um sich erstehn gesehen; es ist von

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