Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ezechiel Landau's Gesuch an Maria Theresia gegen Jonathan Eibeschütz
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Ezechiel Landau's Gesuch au Maria Theresia einem Freunde ausgesprochen ist, der ihn früher in Schutz genommen hatte. Ezechiel Landau, Oberrabbiner von Prag, eine nicht minder gefeierte talmudische Autorität, brandmarkt ihn ebenso, wie ich es in meiner geschichtlichen Darstellung gethan habe. Dieses Aktenstück ist eine Eingabe des Ezechiel Landau au die Kaiserin Maria Theresia, dem Gnadengesuch des Jonathan Eibeschütz um Rehabilitation nicht zu willfahren. Es befindet sich gegenwärtig im Archiv der jüdischen Gemeinde von Prag und stammt aus dem Besitze eines Sekretärs Podiebrad, der es aus dem Nachlasse der Erben Landau's erhalten hat. An der Echtheit des Aktenstückes ist nicht zu zweifeln, denn der Gesammtinhalt reflektirt den historischen Hintergrund. Außerdem erkennen noch Viele in Prag, wie mir geschrieben wird, Landau's hebräische Handschrift, wie sie im Aktenstück vorkommt. Es ist mir von der geehrten Verwaltung der Prager Gemeinde in gefälligster Weise znr Benutzung überlassen worden. Ob die Eingabe faktisch an die Kaiserin eingereicht worden ist oder nicht, darüber konnte ich keine Gewißheit erlangen. Dieses Aktenstück bestätigt zunächst, was Jakob Enrden in עדות ביעקב und התאבקות öfter referirt, daß Eibeschütz von Maria Theresia aus allen ihren Erblanden verbannt worden ist, und zwar weil er sich an die Franzosen, welche von Nov. 1741 bis Dec. 1742 unter Broglio und Belleisle Prag besetzt hielten, gerieben hatte und durch deren Schutz nach Metz befördert worden war. Er war, wie es in diesem Aktenstücke heißt, der Majestätsbeleidigung, reu8 criminis 106806 majestatis, schuldig befunden. Dieses Verbannungsdekret wollte nun Eibeschütz rückgängig machen und wandte sich deßwegen an die Kaiserin durch Vermittelung des dänischen Gesandten am Wiener Hofe. Landau, welcher Nachricht von diesem Schritte erhalten haben muß, richtete ein Gegengesuch an die Kaiserin, ״den Jonas Nathan