Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 1)
- Language
- German
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Dir Fabel in Talmud und Midrasch- 27 Z)ie Jabel in Talmud und Midrasch. Von T)1•. Samuel Back. (Fortsetzung.) Nachdem ich nun den Ursprung der Fabel in der hebrätschen Literatur nachgewiesen, ihr Wesen betrachtet und ihre Entwickelung verfolgt habe, bin ich beim eigentlichen Gegenstände meiner Betrachtung, der Fabel in Talmud und Midrasch, angelangt. Ueber die Pflege der Fabeldichtung in den Gelehrtenkreisen der Mischna und des Talmud haben wir einige Nachrichten, die uns von der Beliebtheit und Fruchtbarkeit dieses Dichtungszweiges bei den Trägern der mündlichen Lehre Zeugniß geben. Der Erste, von dem uns mitgetheilt wird, daß er auch auf dem Gebiete der Fäbeldichtung heimisch war, ist Hillel. (Sopherim, K. 16, H. 9). Doch sachliche Gründe bestimmen mich,- zuerst von seinem Schüler Rabban Jochanan ben Sakkai zu sprechen. Von diesem heißt es im Talmud, Sukkah, 28 a und Baba Bathra, 134 a: Er sei in allen nur irgendwie wissenswerthen Fächern heimisch gewesen; und unter den vielen dort einzeln angeführten danraligen Disciplinen lesen wir auch: שועלים וטשלוח כובסים משלות שועלים מעולות. Nun, ist allgemein bekannt, heißen in der talmudischen und spätem Agada-Literatur die Thierfabeln, weil der Fuchs wegen seiner Schlauheit zu allen Zeiten bei allen Völkern den Mittelpunkt der ganzen Thierfabeldichtung bildete und die eigentliche Hauptrolle in jeder Thierfabel spielt. Dem Fuchs fiel stets der Löwe nantheil an der Handlung in der Fabel zu Man nannte darum die Thierfabel in