Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Septuagintal-Codex des Ulfilas
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 1)
- Language
- German
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42 Der Septuagintal-Codex des Ulfilas. Per Septuagintal-Eoder des Ulfilas. Von vr. Alexander Kisch. Bekanntlich hat der im Jahre 318 geborene und 388 gestvrbene Bischof der Gothen, Ulfilas, die heilige Schrift des A. T. sowohl, als das N. T. ins Gothische übersetzt.') Er war in Mösien und Constantinopel Bischof, war daher, als unter den Gothen geboren oder doch erzogen, des Griechischen und Gothischen gleich!nächtig, also zu einer getreuen und doch guten Uebersetzung befähigt. Daß er sich zu dieser Uebersetzung der sogenannten Septuaginta bediente, ist über jeden Zweifel erhaben, ja er hat einen anderen Text — etwa die Itala — um so weniger zu Rathe gezogen, als er weder unter seinen Gothen noch unter den Griechen hiezn das Bedürfniß fühlte. Wenn sich trotzdem in seiner Uebersetzung des N. T., wie sie auf uns gekommen ist, dann und wann Anlehnungen an die Vulgata finden 9) und man nicht gewillt ist, diese Varianten auf einen von den! unseren verschiedenen griechischen Text zurückzuführen, muß man diese Veränderungen den späteren Gothen, namentlich während ihres Aufenthaltes in Italien, zuschreiben. ') Diese Uebersetzung war, wie Maßmann in seiner Einleitung und Grimm in der Vorrede zum ״Gothischen Glossar" von Schulze Nachweisen, eine vollständige, und gehört der Bericht Philostorgius': OvX<p. fxsTiipqaasv sig rryv (יו«»־ rÖTwv) cpcovtjv zag yqatpäc and trag nXryvys zmv ßaatXehov, dze zmv /1ev rroXeßmv icnmqCav iyovamv, zov 6s 1i)vovg ovzog <p1X<mo'Aiu.ov xai 6e0(1evov (.idXXov yaXivov zijg im mg /uccydg oq/jirjg, äXX ov ■rrqbg zavza naqo'Zvvovrog in's Bereich der Fabel. Das hat natürlich nicht gehindert, daß zu dem Wenigen, was allgemein über Ulfilas bekannt ist, gerade vornehmlich diese Fabel gehört. ')So namentlich der Beginn der Bücher: .... anastoclsiUi (״.... beginnt"), womit wohl auch die Vulgata, nicht aber die LXX ihre Bücher beginnt.