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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 1
Article
Eine masoretisch-grammatische Kleinigkeit bezüglich der Silbe hal
Date
1872-01-01
Page
Seite 15 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Eine masoretisch-grainmatischc Kleinigkeit bezüglich der Silbe 15 .הל gelöst werden kann. Spanien stand seit der Zeit der Gaonen mit Sura in Verbindung, und im zehnten Jahrhundert bekam es seine erste rabbinische Autorität, Mose b. Chanoch, aus Sura. Die Pentateuchrollen der spanischen Gemeinden waren demnach nach der suranischen Masora geschrieben. Daher kannten Jbn- Esra, Kimchi und des Letzteren Zeitgenosse Mei'r Abulafta nur diese Schreiluveise als die allein berechtigte. Die Wandlung muß erst seit dem dreizehnten Jahrhunderte vorgegangen sein, und zwar, wie ich glaube, durch Maimuni's Einfluß. Dieser hat bekanntlich, ohne es zu wissen und zu ahnen, einen karäischen Codex consultirt und zu Grunde gelegt (Jahrg. 1871, S. 52, 58). Da Maimuni eine weitgebietende Autorität war, so wurden seit dieser Zeit die Pentateuchrollen na h seinem Mustercodex geschrieben; daher die Erscheinung, daß einige sephardische Codices nach der Norm der Maarbu'i und andere nach der der Sural eingerichtet sind. Die Letztern sind älter, und die jüngern sind nach dem Mustercodex der Ben-Ascher oder Karüer geschrieben. Man kann daher als sicher annehmen, daß sephardische Codices, welche das ה getrennt haben, datiren aus der Zeit bis um 1250. Diejenigen dagegen, welche es mit dem Worte verbunden haben, sind jünger, und zwar aus der nachmaimuuischen Zeit. Der nahardeanische Modus scheint am wenigsten Verbreitung gefunden zu haben, denn bei Kennicott sind nur etwa 13 Codices von dieser Familie aufgezählt. Es wäre interessant zu wissen, wo diese copirt wurden, und welchen Autoritäten sie folgten, die sich sowohl über die suranischen, wie über die palästinensischen hinweggesetzt haben. Man wird also jedenfalls die Ansicht fahren lassen müssen, als wenn die Vorsilbe הל in diesem einen Worte noch eine Spur des Bandes zeige, welches einst die hebräische Sprache mit der arabischen so eng verbunden hat, daß sie sogar gemeinsame Fragepartikel gehabt hätten, daß demnach die Trennung erst spät nach der Partikelformation erfolgt sei. Auf diese Erscheinung darf sich die Ansicht immer mehr stützen. Hier ist das ה einfach interrogativ, und das ל ist Dativ, abhängig vom Verbum גמל, das noch einige mal mit ל construirt ist.

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