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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 1 · p. Seite 37

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension] / -r-
Date
1868-01-01
Page
Seite 37 (sequence 2)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 37 Wahrheit die Bedeutung M/s für seine Glaubensgenossen? Nicht darin, führt der Redner aus, dass er Veränderungen innerhalb des Judenthums anstrebte, sondern darin, dass er den in seinem bisherigen Laufe von ihm nicht gehemmtan jüdischen Geist mit dem deutschen Geist vermählte, dass er die jüdische Religion mit deutschen Nationalitätsbestrebungen in Einklang brachte, dass er die Juden in den Strom allgemeiner Kulturent- Wickelung trieb. Und dass diese seine Bestrebungen Nacheiferung fanden, kam gerade daher, dass er ״sich als kein Reformator geberdete“, dass er selbst Vorurtheile nicht ausreis86n wollte, welche in der Gesammtheit wurzelten, sofern sie nicht gerade entsittlichend wirkten, dass er den Grundsatz befolgte, dass die Religion der allgemeinen Kultur nicht voraneilen, sondern diese auf jene bestimmend einwirken müsse. Daher liegt auch die Bedeutung M/s für die Entwickelung des Judenthums nicht gerade in den spezifisch jüdischen Schriften, sondern in der Gesammtheit seiner Werke, überhaupt nicht ״in dem, was er unmittelbar, sondern was er mittelbar für das Judenthum gethan". Seine Leistungen für die deutsche Literatur und für die deutsche Philosophie, da sie die grösste Bewunderung seiner Zeitgenossen hervorriefen, wurden zu Leistungen für das Judenthum, weil sie dem Kopfe eines Mannes entsprangen, der sich seinen Glaubensgenossen durch die Weise, wie er das Judenthum gegenüber Anmassungen und Beschuldigungen von aussen vertrat und durch seine Anhänglichkeit an die äussern Gebräuche sich ganz als einen der Ihren zeigte. — Bei dieser gewiss richtigen Auffassung legt der Redner nicht so sehr in der Ausführung dieser Gedanken Nachdruck auf die jüdischen Schriften, wie man es in der Regel thut, sondern mehr auf diejenigen, über welche berühmte Zeitgenossen, wie ein Kant, sich begeistert aussprachen; die auf das Judenthum sich beziehenden Schriften und Correspondenzen erscheinen in dem Lichte, als wenn sie nur die Anhänglichkeit M/s an seinen Stamm und seine Religion documentirten. Ja, er geht in der Festhaltung dieses Gesichtspunktes so weit, dass er sich durch die Entschiedenheit seines Standpunktes den nicht ganz ungerechtfertigten Tadel zuziehen könnte, einerseits die Pentateuch- und Psalmenübersetzung, die doch gewiss die Verbindung des Judenthums mit der deutschen Kultur beschleunigt hat, zu wenig,

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