Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension] / -r-
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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36 Recensionen und Anzeigen. Recensionen und Anzeigen. Festrede bei der am 3. Januar 186L vom Vereine zur Förderung israel. Interessen in Leipzig veranstalteten Gedächtnissfeier Moses Mendelssohns, gehalten von Dr. A. M. Gold- Schmidt. Leipzig. Fr. Nies’sche Buchdruckerei. Mendelssohn ist bis auf die neueste Zeit mehr vom Parteials vom wissenschaftlichen Standpunkte aus beurtheilt worden. Die Einen sahen in ihm einen Reformator, Andere stellten reformatorische Einflüsse M.’s einfach in Abrede, ohne sieb Rechenschaft darüber abgeben zu können, durch welche Leistungen, wenn nicht durch reformatorische, sein Auftreten von so nachhaltiger Wirkung für Juden und Judenthum sein konnte. Wir fühlen uns deshalb veranlasst, auf eine Schrift aufmerksam zu machen, welche, obwohl sie nur unter dem bescheidenen Namen einer Festrede auftritt, in der selten etwas Neues gesucht wird, dennoch mit der lange vermissten Klarheit und Bestimmtheit entwickelt, worin der eigentliche Kern der Bedeutung M/s liege, — und können wir wohl sagen — sogar einen neuen wissenschaftlichen Gesichtspunkt für dessen ßeurtheilung aufstellt. Mit dem gründlichen Nachweise, dass M. die unerlässlichen Eigenschäften eines Reformators, Negation und Opposition, gänzlich fehlten, wird zunächst die früher allgemein verbreitete Ansicht widerlegt. Die Ausführung fesselt um so mehr, als der Redner auch auf den Ursprung dieser irrigen Meinung und auf die falschen Anschauungen, die zu dieser geführt, genau eingeht. Man wollte nämlich in M. durchaus den jüdischen Luther sehen und als solcher musste er auch natürlich gegen eine Hierarchie und gegen übermiithige Kirchenfürsten oppositionell auftreten. Daher stellte man M. als Gegner des Rabbinismus und der Rabbiner! dar, ohne zu bedenken, dass M. als Jude sich nicht die freie Benutzung der^Bihel zu erkämpfen brauchte wie Luther, und dass die Rabbinen des vorig. Jahrh. nicht ihre Stellung missbrauchten und nicht einmal dazu die Macht besassen. — Worin aber liegt in