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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 1 · p. Seite 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension] / -p-
Date
1867-01-01
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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*V u׳ך;״. ״ f'':>״ ^זV;׳ י : / r 3? 38 י ׳ Receifsionen und Anzeigen. : •י' ' ' doch sind gerade diese beiden Erscheinungen vor Andern interessant, massgebend und charakteristisch für den Entwickelungsgang, welchen das Judenthum in Ost-Europa genommen hat. Ein Culturbild der ״polnischen Juden", in welchem nicht diese beiden Erscheinungen die Grundzüge des ganzen Gemäldes sind, gewährt keine richtige Vorstellung von den wirklichen Zuständen. Dagegen versteht es der Verfasser, uns mit Geschick und Geschmack über die Details des dortigen Lebens zu unterhalten und zu unterrichten. Und auch manche gesunde Ansicht wird in dem Werke entwickelt. Die Ansicht z. B., welche der Ver!- fasser in der Novelle ״Täuschungen", nebenbeigesagt wohl der besten der ganzen Sammlung, vorträgt, dass von den in Ost- Europa nach Selbstständigkeit ringenden Nationalitäten die Rechte der Juden nur so lange werden geachtet werden, als dieselben im Kampfe gegen die herrschende Macht unentbehrlieh sind, verdiente von unsern Glaubensgenossen mehr beherzigt zu werden, als es in unsern Tagen geschieht. Leider werden auch diese Vorzüge des Buches durch einen in hohem Grade incorrecten Stil entstellt. Die Lehre vom Satzbau, von den Prä- Positionen, von der Folge der Zeiten u. 8. w., kurz die Grundrechte der deutschen Grammatik scheinen für diesen Autor nur in so weit vorhanden, als sie seinem Belieben entsprechen. Und wollten wir auch einzelne Sprachfehler, die in dem Buche vorkommen, in die Rubrik der Druckfehler einreihen, die meisten sind der Art, dass sie nur vom Schreiber, nicht vom Drucker herrühren können; bei andern Fehlern wiederum verbietet sich diese milde Auffassung durch die Consequenz, mit der der Verfasser am Unrichtigen festhält, und sich mit Consequenz gegen eine Sprache versündigen: das können nur Schriftsteller, nie Schriftsetzer. — Die Verlagsbuchhandlung hat dieses Buch in gar hübscher und eleganter Ausstattung in die Welt geschickt; aber sie würde sich ein noch viel grösseres Verdienst um dasselbe erworben haben, wenn sie es vor der Veröffentlichung durch einen sorgfältigen und grammatikfesten Corrector von alF den groben sprachlichen Schnitzern hätte säubern lassen. -P־~

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