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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 1
Article
Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
Date
1867-01-01
Page
Seite 15 (sequence 1)
Language
German
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Die jüdische neHgionspMlüsophie über die Anthropomorphismen der Bibel. Eine religionsphilosophische Studie von Rabbiner Dr. Schmiedl in Prossnitz. Anthropomorphismus und Anthropopathismus — diese dem. Griechischen entlehnten Kunstwörter bezeichnen beide die ״V6rmensehlichung Gottes“. Nur bedeutet jenes die Vorstellung von Gott nach Analogie der menschlichen Körpergestaltung, dieses die Vorstellung desselben unter der Aehnlichkeit menschlicher Gemütszustände. | Da die Sprache übersinnliche Begriffe nicht anders als eben nur nach Analogie sinnlicher Vorstellungen zu bezeichnen Vermag, so kann sie selbst von dem übersinnlichsten, abstractesten, reingeistigsten Begriff, den der menschliche Geist zu denken, im Stande ist, von dem erhabenen Begriffe, Gott, auch nicht anders als anthropomorphistisch und anthropopathisch reden. Und daher kommt es, dass selbst die Bibel, die unstreitig die reinste, vollendetste Immaterialität Gottes lehrt, ja diese so wiederhdeutlich und so nachdrücklich betont, dass neben der Einheit auch die Immaterialität Gottes eben ein Hauptkriterion der mosaischen Lehre wurde, sich genöthigt sieht, da sie zu Menschen spricht, auch in vermenschlichenden Ausdrücken von Gott zu reden. Gleich voran, an der Eingangspforte der Bibel, steht eine solche Stelle angeschrieben, welche, richtig gefasst, zu einer der fruchtbarsten und erhabensten Wahrheiten sich gestaltet, die aber, unrichtig gedeutet, den gröbsten anthropomorphistischen Irrthümern Thür und Thor öffnen musste. Es ist die Stelle Genes. 1, 26 und 27, nach welcher Gott den Menschen in seinem ״Ebenbilde“ geschaffen. Während der richtig Denkende hier den Menschen, durch das ihm innewohnende geistige Ich, bis zur Gottheit erhoben sieht, erkennt *der schlecht Auffassende im Gegentheil hier die Gottheit bis zum Menschen herabgezogen und erniedrigt Die Religionsgeschichte und auch die Literaturgeschichte weiss Manche8 davon zu erzählen. So hatte die älteste christliche Kirche

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