Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 1
Article
Thaten sprechen
Date
1867-01-01
Page
Seite 13 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829346-2829348-2843548--10337-2843580
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Thaten sprechen; 13 ans Engl and die Thatsache, dass in London,, Manchester und anderen Städten Juden zu Lordmayors ge wählt wurden.• Und dass sie das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen, beweiset die dem jüdischen Lordmayor von London, Mr. Philipps, am Ende seines Amtsjahres gewordene Anerken- 11011g der angesehensten Bewohner der City, die ihm ein kostbares Service als Ehrengeschenk überreichten. Der milde Herrscher Russlands, Alexander II., hat in dem humanen Geiste, in welchem er die Leibeigenschalt aufgehoben, die Lage der Juden bedeutend verbessert. Und dass diesem Fürsten ernst sei, sie vollständig in den Staatsverband aufzunehmen, hiervon spricht die Thatsache: Juden finden Anstellungen in öffentlichen Aemtern und werden auf Lehrstühle berufen. Auch dass sich Gemeinen in Städten bilden, wo früher den Juden selbst ein vorübergehender Aufenthalt nicht gestattet war, ist eine Thatsache, die mehr als häufig ״interpretirte“ Verfassungsartikel spricht: Moskau hat gegenwärtig eine jüdische Gemeinde, Petersburg, von wo der Kaiser Nicolaus bei seinem Regierungsantritt die Juden mit despotischer Härte auswies, besitzt eine gut organisirte jüdische Lehranstalt. Wir werfen nun auch einen kurzen Blick nach innen. Noch ist die Vermittelung der auf religiösem Gebiete einander gegenüb erstehenden Parteien in weite Ferne gerückt. In manchem Lande verschliesst eine in Finsterniss sich hüllende Partei Auge und Ohr jedem Fortschritt: sie will nicht sehen und hören, dass im Interesse der ererbten väterlichen Religion selbst manchem Auswuchs, der sich an den Kern des Glaubens gesetzt, zu steuern sei; dass, um ihn den Nachkommen als Lebensquell zu übergeben, an dem sie sich noch in spätester Zeit laben, manches seinen göttlichen Werth Entstellende ausgescliieden werden müsse. Es sprechen Thatsachen, dass diese Finsterniss die Geburt tiefer Unwissenheit sei, die, mit dem Worte Gottes unbekannt, in tiefem Aberglauben hefangen ist und Unwesentliches an die Stelle des Wesentliehen, Unerhebliches und Unechtes an die Stelle des Erheblichen und Echten setzt. — Doch wenden wir das

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.