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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 1 · p. Seite 38

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1866-01-01
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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38 Recensionen und Anzeigen. oder vielmehr in einem nicht unbeträchtlichen Theile vom Hause ] Israel — gar viele sind, und diese Schäden zu heilen, ruft er in diesen geharnischten Aufsätzen seine Glaubensgenossen auf: ge- 1 harnischte Satiren also, voll von bitterem, heissendem Spott und Hohn, liegen uns hier in dein obengenannten Buche vor. Dass die Schäden in Folge dieser Angriffe wirklich geheilt, die üebelstände beseitigt wurden, ist uns nicht bekannt geworden; wohl aber, dass Erbitterung und Gehässigkeit von allen 'Seiten hervorgerufen worden; die Art und Weise, in welcher der Verfasser vorgegangen ist, scheint sich also nicht zu empfehlen. Die Satire ist eben eine gefährliche Waffe, welche eher verletzt, als heilt, welche daher der, dem es mit seinem Wirken heiliger Ernst ist, nur im äussersten Falle und mit grosser Vorsicht zur Hand nehmen darf. Der Witz pflegt sich gern an Alles zu wagen, er weis8, dass er leicht besticht, und hierauf vertrauend übergiesst er nicht nur das, was ihm mit Recht verfallen ist, sondern auch das Achtungswertheste und Trefflichste mit seiner Laune; was ist dann natürlicher, als dass man ihm misstraut, sich von seinem Urtheile bald lossagt. Und dieser Vorwurf trifft in vollem Maasse das uns vorliegende Buch, wie auch den ganzen Kreis, aas dem dies Buch hervorgegangen ist; in solcher Frivolität, welche ihren Zahn an Alles ohne Unterschied setzt, ist der Grund zu suchen, warum die Bestrebungen dieses Kreises zum grössten Theile entweder gerade die entgegengesetzte, oder gar eine falsche und schädliche Wirkung hervorgebracht haben. Die Satire kann und wird nur da wahrhafte und tiefe Erfolge haben, wo sie als das Angstgeschrei eines streng sittlichen, von der Krankheit der Zeit tief getroffenen Bewusstseins erhoben wird, wenn sie von einem ernsten, moralischen Hintergründe fest und sicher sich abhebt; dass es gewisse Dinge gibt, bei welchen der Spass aufhört, der Witz zu verstummen hat, muss uns gleich in die Augen fallen. Wenn man aber, wie in den Aufsätzen unseres Buches, auf dergleichen verzichten muss, wenn der Witz zum Selbstzweck wird, dem wir alles Andere bereitwilligst aufgeopfert sehen, dann hat er sich natürlich um seinen Credit gebracht, sinkt er zur blossen Possenreisserei herab, welche kein höheres Ziel kennt, als die Lachmuskeln der Leser zu erregen. Es fehlt der Satire die sittliche Tiefe. Mit diesem Mangel hängt im Grunde auch ein anderer zusammen,

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