Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur hebräischen Sprachforschung und biblischen Exegese
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 2)
- Language
- German
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Beitrage zur hebräischen Sprachforschung. 1.7 hundert manches Erspriessliche erfolgt ist, wird wohl Jeder gern einräumen, der die neuern wissenschaftlichen Forschungen und Leistungen auf diesen Literaturgebieten zu überschauen vermag. Haben aber diese Disciplinen mit der fortschreitenden Ent- Wickelung anderer Wissenszweige auch gleichen Schritt gehalten? Ist das biblische Alterthum mit seinen herrlichen Geistesschätzen und Culturmomenten im ganzen Umfange und in seiner Urwüchsigkeit und Mannigfaltigkeit bereits derart ergründet und erschlossen, dass jedem Wissbegierigen der Einblick in seinen tiefsten Kern verstattet ist? Sind die schwierigen und räthselhaften Partien der heiligen Schrift, die am biblischen Literaturhimmel wie geheimnissvolle Gedankenwelten flimmern, und nur so viel Licht aus strahlen, als eben erforderlieh ist, den aufmerksamen Forscherblick auf sich zu lenken, durch die neuern Untersuchungen aufgeklärt worden? Hat die Neuzeit energische Schritte gethan zur endlichen Beseitigung jener masslosen Willkür auf der einen und frommen Selbsttäuschung auf der andern Seite, die auf dem Gebiete der biblisehen Exegese, wie sonst nirgends, noch immer vorwalten, und das Ziel des klaren und gesunden Verständnisses des heiligen Schriftthums immer mehr und mehr in die Ferne hinausrücken? — Diese und ähnliche Fragen drängen sich unwillkürlich jedem forschenden Bibelfreunde auf, so oft er für die Aufhellung mancher dunklen Schriftstelle die neuere und neueste exegetische Literatur zu Käthe zieht. Die biblische Exegese findet wohl gegenwärtig in einem umfangreichen Gelehrtenkreise Bearbeitung und Pflege, wo die exegetischen Hilfswissenschaften allmählich ausgebaut und vervollständigt werden; gleichwohl ist das bisher erzielte Gesammtresultat durchaus nicht geeignet, dem tief und allgemein gefühlten Bedürfnisse nach einer klaren Auffassung des Schriftwortes auch nur halbwegs abzuhelfen, und dem Verlangen nach einem sichern Verständnisse des biblischen Alterthums auch nur in bescheidenem Maasse zu geniigen. Manche geistreiche Combinationen und historische Lichtblicke haben das reale Gebiet der biblischen Literatur allerdings stellenweise enträthselt; minder glücklich erweisen sich jedoch die Combinationen auf dem formalen Gebiete des hei- Frankel, Monatsschrift. XIV. 1. 2