Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Religion und Humanität
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Uju U«u. l»ui.U״ÜiUU. ־ edleren Geburten zu verschlingen und wor i>er ihr Kad schon .יי hge weggegangeu, wieder in die Hohe zu bringen und ihm Leben einzuhauchen. ״Religion oder Humanitat": kann die Religion ihrer Grundbedingung nach der Humanität, der brüderlichen Annäherung zwischen Mensehen und Menschen, der Anerkennung des Rechts der Selbstbestimmung des mit Vernunft begabten Wesens widerstreben, verkündet sie nicht selbst, der Mensch sei im Ebenbild Gottes gemacht? Sie ist das Band, das den Menschen an Gott knüpfen, ihm den Sieg über das Heer unseliger Leiden schäften verschaffen, das Göttlichmenschliche im Mensehen zur Geltung bringen, ihn human machen will; und die Religion könnte je dem Streben, Milde, V ersölinlichkeit, allge- 'meine Anerkennung der menschlichen Würde zu verbreiten,!entgegentreten, die Religion solches Streben als ein ihr feindliches Element bezeichnen und Verkennung des Menschen- 'rechts und der Freiheit des Menschen und Lieblosigkeit als Grundpfeiler und Grundbedingung ihres Bestehens bezeichnen? Nein! dieses ist nicht Gottessondern Men- 1sehenwerk, und wenn das vollendete Jahr Gegensätze zeigt zwischen den Bestrebungen der Religion und den Bestiebangen der Humanität, wenn die Umschau uns auf dem Gebiete, wo die Religion zum Aushängeschild genommen ,wird, Anreizung zum Hasse, Zerrüttung des Familienglücks, Aufstachelung der Bürger gegen Bürger und andere mit den Eingebungen der Humanität in schreiendstem Widerspruch stehende Wahrnehmungen entgegen-;hält, so wollen wir nicht aus den Augen lassen, dass diese widrigen Erscheinungen Geburten des Strebens sind, die Religion zum Aushängeschild menschlicher Leidenschaften zn machen. Wir werden in Folgendem, was Religion und was Humanität in dem beendeten Jahre brachte, auseinander und;einander gegenüber halten. Und wir beschränken uns hierbei, nicht nur dem Plane dieser Monatsschrift gemäss auf jüdische Erlebnisse, sondern weil überhaupt der durch ' die Humanität bedingte Fortschritt und der, wir müssen mit Bedauern sagen. durch ihren Gegensatz bedingte Rückschritt, sich ׳!st nach ihren Wirkungen auf die