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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 1 · p. Seite 34

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 1
Article
Mose Almosnino
Date
1864-01-01
Page
Seite 34 (sequence 12)
Language
German
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34 Mose Almosnino. originellen Gedanken erzeugte und in der Exegese keine sinn gemässe Schriftauslegung verfolgte, so war er als Prediger desto bedeutender. Der Kabbalist Joseph Taytasak nennt ihn ,eine Goldzunge, welche Hohes spricht, eine duftreiche Mischung, eine Rosen träufelnde Lippe“20). Es scheint, dass er seine Predigten in spanischer Sprache hielt21). Seine Predigtmanier war eigener Art. Er pflegte einen Bibelvers als Text voraus zu schicken, dann eine Agadasentenz zu Grunde zu legen, dann philosophische oder ethische Gedanken zu entwickeln, dann wieder Bibelverse oder Agadaauslegung anzuknüpfen und zum Schlüsse auf seinen Text zurückzukommen, dessen Erläuterung und Anwendung durch den Gang der Predigt vermittelt wurde. Seine Diction ist sehr klar, anziehend und eindringlich‘, rhetorischen Schwung zeigen indessen seine Predigten und Hormlien selten, nicht einmal hei den Leichenreden, die er dem Andenken seiner Eltern hielt. Wenn aber sein Genre, philosophische Gemeinplätze in breiter Manier auseinanderzusetzen und dafür Bibelverse und agadische Sentenzen heranzuziehen, unserem Geschmack6 nicht zusagt, wenn seine Auslegungs weise gezwungen und geschraubt erscheint, so möge man bedenken, welches Publicum er vor sich hatte. Die aus Spanien eingewanderten Juden in Salonichi und überall waren von früher her an mit philosophischen Floskeln gewürzte Predigten gewöhnt, weil die Hauptrichtung des Gei- - stes seit Maimuni eine philosophische geworden war. Nahrung hatte sie erhalten durch die wiederholten, ernstlichen, nachhaltigen Angriffe auf das Judenthum von Seiten der Apostaten Abner Alfons0, Johannes von Valladolid, Salomo Paulus de Santa Maria und Anderer, welche in Disputationen auf Erschütterung des jiid. Glaubens im Herzen seiner Bekenner geradezu losgingen. Seit der langdauernden Disputation von Tortosa unter dem schismatischen Papste Benedictus XIII. waren die Juden von Spanien noch dazu gezwungen, in ihren Synagogen dreimal des Jahres christliche Predigten von zelotischen Doininikanern oder Apostaten anzuhören. Um diesen Angriffen ein 20) In der Approbation zu תפלח. Darin macht ihm auch Taytasak Complimente wegen seiner Talmudgelehrsamkeit. 21) Folgt aus dem Citat oben, Note Kr. 16.

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