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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 1 · p. Seite 20

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 1
Article
Alte und neue Zeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 20 (sequence 18)
Language
German
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20 Alte und neue Zeit. Schaftes war ihnen Theologie, und nicht minder seichte zerfahrene Sätze aus der Moral Religion; sie standen ganz auf dem Standpunkte des (lachen Rationalismus und der Schöngeisterei des vorigen Jahrhunderts.. Und diese■«־oberflächlichen Geister hielten sich berufen, unter ihren Glaubensgenossen Aufklärung zu verbreiten mul ein Juden thum za predigen, dem jeder innere Halt, jede positive Grundlage abging. Dass sie ihren Lehrer, der mit der genauesten Sorgfalt das jüdische Gesetz beobachtet, als Heuchler oder Schwachkopf brandmarkten, kümmerte diese, die höchste Verehrung für ihn im Munde führenden und unter seiner Firma das ״reine Judeothumct lehrenden Männer nicht; entblödeten sie sich doch riecht, in■ einem Send* schreiben an den Propst Teller zu erklären, dass, so man ihnen das‘Bekenntniss einiger Glaubenssatze der Christliehen Kirche erlasse, sie bereit seien, zum Christenthnme überzutreten! — Dieses waren wahrhaft traurige Tage. Es wurde zwar noch von dein alten Gute, von dem noch tief gewurzelten religiösen Leben gezehrt, doch die Jugend wurde allmälig mit jenen das Judenthum zersetzenden Schriften bekannt, die flachen Aufklärungsversuche fanden gerade durch ihre Flachheit und daher Allgemeinfasslichkeifc Eingang, und bald traten die Folgen hervor. Jene Apostel des Heils ernteten die Früchte ihrer Bestrebungen in ihren Familien,, sie hatten die Freude, ihre Kinder im Schosse des Christenthums zu erblicken; und wie tiefgekränkt schauet der Geist Mosis Mendelssohns auf seine Nachkommen herab, von denen kaum der eine oder.der andere mehr dem Judenthurn angehört. Und wie tief verletzt fühlt sich jeder ernste Leser bei dem frivoten Spiele, das in manchem erhaltenen Briefwechsel aus jener Zeit mit dem Judenthume getrieben wird, wie schmerzlich wird jeder moralische Halt bei jenen Koryphäen vermisst, die nur Moralität im Munde führten! — Dass man auf der anderen Seite stillschweigend jeden Spott über den Glauben ergehen liess, dass man der Öber- Sachlichkeit kein ernstes Wort entgegensetzte, wurde als Schwäche angesehen, als Gesländniss, man habe nichts zur Vertheidigung anzuführen; und so hielt sich Jeder-

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