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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 1
Article
Alte und neue Zeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 16 (sequence 14)
Language
German
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16 Alte und neue Zeit. Alexanders nichts gegen sie vermag! — Auf der anderen Seite dürfte auch den Polen eine ausdauernde Anerkennung der Gleichberechtigung der Juden nicht zuzutrauen sein. Der Pole liegt zu den Füssen seiner Dame, Frauen haben die Fäden der Politik in ihrer Hand, und in wel* ehern religiösen Fanatismus, diesem׳ Erbübel״der Republik Polen, die polnischen Damen noch heute befangen sind, ist bekannt: auf die Dauer wird die Confession nicht ohne Einfluss ■auf die inneren politischen Verhältnisse ׳bleiben und es muss eine zur Ausführung gelangte Gleichstellung als eine Utopie betrachtet werden. Das Versprechen ist vielleicht in dem gegenwärtigen Drange der Umstände aufrichtig gemeint, es kann aber nach dem ganzen Charakter der Nation nicht zur Wirklichkeit werden. Von der Gesinnung der Polen gegen die Juden, so nicht politische Noch sie zur Einigung drängt, legte der im Jahre 1846 entschlafene Freistaat׳ Krakau bis za seiner letzten Stunde Zeugniss ab; die Republik hielt sie mit eiserner Ruthe nieder, zwängte sie unerbittlich in ihr Ghetto ein, ein Beispiel, das noch heute Lemberg n.achahmenswerth findet! Und dennoch bei vielen jüdischen Polen eine unbegrenzte Hingebung an die nationale Sache, viele junge Männer kämpften in den Reihen der Insurgenten und. besiegelten mit ihrem Blute die Treue für ihre Fahne. Welche schlagende Widerlegung des in dem Munde der Gegner so beliebten Schlagwortes: der Jude kennekein Vaterland! Ist ihrem Gedächtnisse die Aufopferungsfähigkeit der Juden in den deutschen Befreiungskriegen entschwunden, so ruft ihnen die Gegenwart laut zu, der Jude hängt mit der eifrigsten Glut an dem Lande seiner Geburtsstätte, auch wenn es ihm nicht Vaterland ist, ihn nicht als ebenbärtigen Sohn anerkennt. Und zeigt dieses etwa nur Polen als Ausnahme? Auch Ungarn erzählt von solcher fast unerklärlichen Vaterlandsliebe. Der stolze Magyar hat dem Juden noch nicht die Gleichberechtigung zugestanden, der Führer der Liberalen, Deak, hat sich in auffallendet־ Weise in neuester Zeit gegen sie ausgesprochen, auch ist, seitdem Oesterreich nicht mehr unumschränkt in Ungarn herrscht, manches in den . Verhältnissen der

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