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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 1
Article
Alte und neue Zeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 13 (sequence 11)
Language
German
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Alte und neue Zeit. 13 deux Mondes die Schrift Renan’s mit vieler Anerkennung, und schliesst (ersten August): ״Zum Schlüsse erbitte ich Gnade für die Juden, und noch mehr als Gnade. Wenn man aus Jesus ein Wesen macht, das Gott gleicht, so wircl auch der Mord Jesu etwas haben, was man ehemals einen Gottesmord nannte, er wird ein unsühnbares und ewiges Verbrechen. Ich brauche nicht zu sagen, dass die Philosophie Ren an'8 eine solche Lehre zurückweiset; aber seine Phantasie vermag nicht, sich ihr ganz zu entziehen. ״Wenn jemals ein Verbrechen,“ sagt er, ״das Verbrechen einer Nation war, so war es der Tod Jesu.“ Er hat gegen die Juden auffallende Härten. Wenn er sie während der langen und traurigen christlichen Jahrhunderte des Mittelalters unaufhörlich in der Sclaverei, unter dem Hohn, oder unter der Hand des Henkers siebet, sagt er ihnen, dieses ist ihre Schuld, und die Unduldsamkeit ist nicht ein christliches, sondern ein jüdisches Erzeugniss. Er verdammt sie noch schlimmer, als die Verfolgung und die Qualen; er hat folgenden glänzenden aber grausamen Satz geschrieben: ״Dieses Nessusgewand des Lächerlichen, welches der Jude, Sohn der Pharisäer, seit achtzehn Jahrhunderten mit sich schleppt, Jesus hat es mit göttlicher Kunst gewebt.“ Und er scheint, indem, er den Juden so ausstaffirt, ihn dieses Kleid bis an das Ende der Welt tragen zu lassen! Er will sogar nicht, dass das Judenthum Jesus gezeugt habe: er ist aus ihm hervorgegangen, sagt er, wie Rousseau aus dem achtzehnten Jahrhundert. Allein wer ist der Undankbare, der nicht dem achtzehnten Jahrhunderte zur Ehre anrechnete, Rousseau erzeugt zu haben? Jerusalem hat Jesus getödtet, wie Athen Sokrates, allein Sokrates bleibt deshalb nicht weniger der Sohn und der Ruhm Athens. Diese grossen Denkmale bleiben ihrem Vateriande im Tode wie im Leben treu. Jesus hat überdies nicht mit dem jüdischen Geiste gebrochen, sondern der jüdische Geist hat sich in dem Gracle erweitert, als er die griechische Weisheit durchdrang und von ihr wieder durchdrungen wurde. Ich halte daher Jesus für einen Juden und glaube nicht, dass ich ihn hierdurch herabsetze. Ein Volk, das immerwährend die Unterdrückung ertragen

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