Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über einige geschichtliche Beziehungen des Philonischen Systems
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 2)
- Language
- German
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20 lieber einige geschieht!. Beziehungen phic, Zeller, auf diese Beziehungen vielfach hingewiesen. Dennoch, glauben wir, ist eine deutlichere Krkcnntniss dieser Be- Ziehungen noch immer Bedürlhiss, und wir versuchen daher In Folgendem, diesem Bedürfnisse ■cinigcrmassen Rechnung zu tragen. Das bekannte von Suidas uns tradirte Wort, dass Philo platonisire, hat als ein behältliches dazu beigetragen, den Philonisitius in der ]Meinung der Welt als ein lediglich durch Combination der platonischen Vorstellungen mit den jüd. entstandenes System gelten zu lassen. Dazu kommt noch die thatsüchliche Aufnahme der platonischen Ideenlehre, die einem Philoleser gleich auf den ersten Seiten der Pldlonisehen Kosmopoeie entgegentritt. Ja auch sonst fehlt es nicht an zahlreichen Spuren von Benutzung des Pluto, wie es nicht einmal in Abrede gestellt werden kann, dass Suidas' Wort sogar noch auf mehr bezogen werden müsse, als auf die Uns sachliche Benutzung: Fs ist auch Platonischer Geist, Platonischer Schwung und mehr als Platonische ]Mystik im Philo. Und dennoch ist die Annahme ein Missgriff, dass Philo vor allem zum Platonischen System Stellung genommen h;1l>e und nicht vielmehr zu den in seiner Zeit lebendigen philosophischen Systemen. ]Man konnte zu Philo\s Zeit so wenig ein eigentlicher Platoniker sein, wie man heutzutage etwa ein Cartesianer oder Spinozist sein kann. Der Phitonismus war ja selbst in der Schule, die sieh die Akademie nannte, längst erloschen, und aus seiner Asche suchte die Skepsis ihre Gründe für Aufhebung allen objectiven Inhaltes des Lebens wie der Wissenschaft. Vielmehr führten in der Zeit, wo Philo die griechische Philosophie kennen lernte, ausser den Skeptikern noch immer die Stoiker und Epikureer das Wort. Es ist freilich richtig, dass die Erneuerung der alten Systeme, wenn auch nicht in ihrem alten Geiste, bereits wieder begonnen hatte. Kann uns ja Philo selbst 5un besten darüber belehren, dass damals der ISeupythagoräisniiis und seine Zahlensymbolik bereits zu einem gewissen Aufschwünge gekommen ist. Aber das erklärt auch nur, wie Philo, da wo ihn die Zeitphilosophie nicht befriedigte, mit vielen Anderen darauf gekommen ist, auf Pythagoras und Plato zurück zu geben, spricht uns aber nicht von der Verpflichtung frei, sein Verhältniss za eben dieser Zeit- Philosophie in's Auge zu fassen. In der Thafc glauben wir aus