Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beglückungstheorien
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 15)
- Language
- German
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Bcglückiingsthoorien. 17 religiöse Gemüthslebcn: ihm muss vor Allem beim Gottesdienste, der den Tiefen des Gemütlies Befriedigung bringen will, Rechnung getragen werden; und das Geiniith kann nur an dem aus dem inneren confessionellen Bedürfnisse Hervorgehenden Erbauung finden, von dem Fremdartigen, ihm gewaltsam Aufgepfropften fühlt es sieh zurückgestossem Die Orgel ist dem religiösen Gefühle des Juden das mit der christlichen Kirche seit Jalirlmn- <1 erten verwebte und daher ihm gegen überstell ende Erbammgsmittel: Orgeltöne kündigen die Kirche, von Instrumenten nicht begleitete Gebete die Synagoge am Und für wen werden Synagogen errichtet.? Für Jene, die der Herzensdraug häutig nach der Andachtsstätte treibt, und diese sind auch die com potenten Beurl heiler des religiosen Bedürfnisses. Mögen Unterschriften von noch so Vielen, in denen das Verlangen nach Erbauung nur an zwei oder drei Tagen des Jahres aufsteigt, für Einführung der Orgel vor liegen, sie werden, da in solcher Angelegenheit ״Stimmen nicht gezählt, sondern gewogen werden müssen,u auf der Waage des jüdisch-religiösen Gefühles leicht hefunden werden; und gehen die die Orgel Verlangenden mit sich selbst strenge iids Gericht, so wird sich ihnen nach Abzug des unlauteren Beisatzes, der solche Frage oft zur Parteifrage macht, nur ein schwaches Residuum tief religiöser Sehnsucht nach der Orgel ergeben. Auch darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Erfüllung des Wunsches dieser seltenen Besucher dein Gotteshause eine tiefe Wunde schlägt: sie verscheucht Jene, die das Herzensbedürfniss oft hereinführt, und das Gotteshaus trauert, seine Räume sind bis auf wenige Tage verödet! Das Jahr hat noch von manchem, den inneren Halt entbehrenden Versuch zu erzählen; doch es mahnt zum Schluss, und da will eine heilige Pflicht, dass wir mancliem in dem vollendeten Jahre durch Streben und Wirken ausgezeichneten Heimgegangenen einen Denkstein setzen. Lady Judith Montefiore schied aus dein Reiche der Lebenden. Sie wirkte grossartig in Israel: sie theilte die Sorgen und Unternehmungen ihres hochherzigen Gatten, Sir Moses Montefiore, für das Wohl Frankel, Monatsschrift. XII. 1. 2