Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beglückungstheorien
- Date
- 1863-01-01
- Page
- 3 (sequence 1)
- Language
- German
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l>cglucku11»־slk©ricH. Kein Begriff war von jeher grosserem Missverstand- ווisse ausgosetzl, als der Begriff Goit, und mit keinem Begriffe wurden seil, undenklicher Zeit ärgerer Missbrauch getrieben, als mit dem Begriffe Gott. In dem Missverständnisso reichen die orthodoxeste Gläubigkeit und die kalte UngULubigkeit einander die Hand; Meister Hegel und seine Jünger nehmen in Gott einen anthropologischen Begriff wahr, Gott wird erst durch den menschlichen Geist zur Wirklichkeit erhoben, die starrgiiiubige Orthodoxie legt sieh ebenfalls einen Gott nach ihren' Anschauungen zurecht, bildet einen Gott ״ihrer Gedanken Werk.“ In dem ]Missbrauche, da gehet sie weit über jede Speculation hinaus: sic lullt es für ihre Aufgabe, was sie als Wahrheit erkannt, zum Gemeingute der Menschheit zu machen, vermeint sieb berufen, im Namen des von ihr erkannten Gottes auf Erden zu wallen. Sie hat einen in seiner Art einzigen Fanatismus, sie will um jeden Preis beglücken und erblickt in dem, der gegen dieses Beglükken unempfindlich, einen Feind. Welch sonderbares Beglücken im Namen Gottes, der seine Liehe über Gute und Böse verbreitet; wie verkehrt, über den die nicht verlangte Gabe Zurückweisenden die Schale des Hasses und der Zurückstossnng auszugiessen! Unserer Zeit entlockt folgende Erzählung des Beglückungseifers ein Lacheln. Ein König von Neapel, dem die Juden beharrlich und aufopfernd gegen seine Feinde beigestanden, empfahl sie auf seinem Sterbebette der Gewogenheit seines Sohnes. r