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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 1
Article
Ein pseudoepigraphisches Sendschreiben angeblich von Hai Gaon an Samuel Nagid
Date
1862-01-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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40־ , Analekten. ein späterer Zusatz eines Copisten, der halb und halb für die Wissenschaft ap010gisiren wollte, wie schon von Anderen nachgewiesen wurde. Im Zusammenhänge des ganzen Sendschrei-, bens sieht man, dass es dem Verfasser darum zu tliün w.ar, die Wissenschaft überhaupt zu verpönen und sie als eine Zwietracht aus säende, von der Religion abführende, höchst heillose Beschäftigung darzustellen. ' Die Unechtheit dieses Sendschreibens springt aber in die ׳ Augen. Der Styl ist der allererbärmlichste, wie ihn Hai* Gaon gewiss nicht gebraucht hat, und es scheint durchaus hebräisches Original zu seih und nicht eine Uebersetzung aus dem Aräbisehen. Das Sendschreiben kennt nicht einmal die bedeutende talmudische Gelehrsamkeit des Samuel Nagid, dass er einem Uehrhause vorgestanden und eine Einleitung in den Talmud, so wie ein halachisches Werk (סלכחא גבריאחא) verfasst hat. Es denkt sich ihn halb und halb als Idioten, dem1 der weltliche Nutzen des Talmudstudium’s vor Augen geführt werden müsse. Es polemisirt offenbar gegen Maimuni’s Theorie, dass man vermöge der ■Philosophie sich das Höchste, die wahre Erkenntniss Gottes, aneignen könne, und auch gegen die Maimunisten, welche sich an die Philosophie .anklammern und die religiösen Riten vernachlässigen. Es scheint von einem Franzosen, der nach Palästina ausgewandert war (1211), aus der Schule des maimunifeindlichen Simson aus Sens (?) verfasst zu sein. Ob es schon Nachmani gekannt hat , in dessen Sendschreiben an die franzosischen Rabbinen zu Gunsten des Salomo von Montpellier es citirt wird, ist noch ,sehr zweifelhaft. Denn wenn sich schon Nächmani darauf berufen hätte, so würden es nicht Abba-Mari und Ben-Aderet als einen ganz neuen Fund so sehr hervorgehoben haben. Auch unterbricht in Naehmani’s Sendschreiben das Citat dieses Fragmentes offenbar den Zusammenhang. Jedenfalls gehört dieses angebliche Sendschreiben Hai"8 der nachmaimuni8eben Zeit und zwar dem dreizehnten Jahrhundert an. Graetz.

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