Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 1 · p. Seite 37

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1861-01-01
Page
Seite 37 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829262-2829264--05879-2843202
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Recensionen und. Anzeigen. 37 desselben, d. h. die Zahl der Gebete, welche in einem derart!- gen Cylinder eingeschlosseiTsind, multiplicirt sich mit der Zahl der Umdrehungen. Gesetzt also, ein solcher beherberge eine und dieselbe Gebetforniel 100 Millionen Mal — und es giebt Gebetmühlen von so riesiger Grösse — und. du drehst ihn zehn Mal herum, so erwirbst du eben so viel Segen, als wenn du jene Formel tausend Millionen Mal hergebetet hättest." Also auch hier hat sich das ausgeartete Buddhathum auf die absurdeste Weise in die Masslosigkeit hineinverirrt. Diese Erscheinungen möchten vielleicht auch dafür sprechen, dass die buddhistische Moral fremden Ursprunges sei. Denn schwerlieh möchte ein Volk, welches so herrliche Lehren aus eigener Geistesthätigkeit erzeugte, zu einem so geistlosen und widerwärtigen Cultus herab sinken. Ueber den Cultus der Beschauung, welchen der Buddhismus mit dem Brahmanismus gemein hat, werden 8. 585 ff. int eres- 8ante Andeutungen gegeben. Die Tendenz dieser geistigen Abstraction ist dem Buddhisten ״Auslöschung der Ichheit." Indess verwirft der Letztere ״grundsätzlich jene aus8erlichen, meckanisehen, oft qualvollen Mittel, welche der brahmanische Selbstpeiniger anwendet, um seine Andacht zu schärfen und zu concentriren." — Gleichwie die Griechen, wie Böckh gegen alle Einwürfe unwiderleglich erwiesen, und die Hebräer ein Mondjahr hatten, so auch die Inder. In den Jahrhunderten, in welchen die Buddha-Religion sich auszubreiten begann, entstand (S. 567 f.) eine Ausgleichung (wie hei den genannten Völkern), und so der 5jährige Cyklus mit 3 gewöhnlichen und 2 Jahren von je 13 Monaten, die Mondmonate hierbei abwechselnd zu 29 und 30 Tagen; das Jahr bestehet mithin aus 354 Tagen. Diese 5 Mal geben 1770 Tage und mit den 2 Schaltmonaten zu 30 Tagen mithin der ganze Cyklus 1830 Tage." Die alte rabbinische Zeitrechnung giebt bekanntlich einen Cyklus von 19 Jahren, unter welchen auf das Jahr 3. 6. 8. 11. 14. 17. 19 je ein Schaltmonat kommt, damit die Ausgleichung zwischen dem Sonnen- und Mondjahre erfolge, welches letztere zu 365 Tagen 5 Stunden 997% ,,Theilen" berechnet wird, deren 1080 auf eine Stunde (%4 Tag) gehen, so dass das Sonnenjahr sich um 10 Tage 21 Stunden 121 *%9 ״Theile" länger erweiset als das Mondjahr. (Schluss folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.