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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 1 · p. Seite 3

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 1
Article
Der Rückblick
Date
1861-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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. Der Rückblick. 3 liess willig kundigen Händen die Leitung des dem Stranden nahen Staatsschiffes. Es wurden nun aber die Segel nach der ganz entgegengesetzten Richtung aufgespaiint: was jene; Bewegung irgend an den alten Institutionen und den! Herkömmlichen geändert, wurde als Ausfluss des revolutionären Geistes betrachtet, dessen Spuren vernicktet, dessen Manifestationen durch Zurückführung und Wiederbelebung alter Zustände annullirt werden müssten. Dass man daran gegangen war, dem Rufe des Juden um sein Recht ein willig Ohr zu leihen, wurde ebenfalls als Eingebung des revolutionären Geistes betrachtet; die Umkehr gebot zu den alten Principien und Traditionen zurückzukehren und das historische Unrecht gegen den Juden wieder in Kraft und Geltung treten zu lassen. Welche Versuche hierzu gemacht wurden, ist noch in lebhaftem Andenken. In einem grossen Staate lies8 man ein tödtlicli peinigendes Pr 0 vis orium eintreteil: die ernannten günstigen Gesetze wurden suspendirt, die alten Judenpatente bis auf weiteren endgültigen Be- Schluss als normirend erklärt, und dieser endgültige Be- Schluss liess Jahr auf Jahr auf sich warten; wird er nicht etwa, fragte man ängstlich, die früheren Zustände wieder zurückbringen? So hing das Damoklesschwert über dem Haupte des Juden, es sprachen sogar viele Anzeichen für eine traurige Lösung, da selbst in gutem Glauben an die gethanen Verheissungen erworbene Rechte wieder aufgegeben werden mussten.— In einem andern Staate wurde das Band, das den Menschen an Gott und Menschen enger knüpfen soll, die Religion,׳ zum Vorwände gegen den Juden genommen. ״Der christliche Staat kann principiell eine Gleichstellung der Juden nicht gestatten, da die . christlichen Grundsätze allein das letzte und höchste Ziel aller Staatsordnung sein müssten,a so wurde in scheinbar frommer Gesinnung geltend gemacht. Vergebens wurde von mehreren Seiten auf die bedauerliche, die Staatliehen Grundfesten untergrabende Iclentificirung von Kirche und Staat aufmerksam gemacht; vergebens in Erinnerung gebracht, dass der Staat nicht die Geltendmachung speciell eonfessioneller Grundsätze, sondern der allgemeinen, r

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