Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 2)
- Language
- German
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20 Wissenschaftliche Aussätze. großen Vergangenheit des Judenthums nicht losmachen, ,kehrt er immer wieder zur historischen Darstellung zurück. In dem, ersten Theile seiner Composition, die sehr durchdacht angelegt ist, beginnt er Gottes Größe und Macht(מלכיות) zu lobsingen, kömmt aber bald aus geschichtliche Erinnerungen und schildert di« wunderbare Geschichte Israels vom Durchzug durch das,Schilsmeer bis zum Siege ־- der Makkabäer über die Griechen. —: In dem zweiten Theile, welches der Erinnerung oder der göttlichen Gnadenwältung (זכרונות) geweiht ist, leiht Jose b. Joss der Zaghaftigkeit Worte, welche die,zerknirschte Gemeinde befällt, wenn sic sich im Gefühle ihrer Sündhaftigkeit dem strengen Richter nahen soll. Der Dichter geht dann auf den Gedanken über, daß Israel ehemals Gnadenmittel und heilige Männer befaß, welche ,,von Gott Verzeihung und Sündenvergebung zu erlangen im Stande waren. Hier angelangt, ergreift er, sofort den sich ihm darbictenden epischen Faden und stellt wieder einige Scenen aus der ältisraelitischen Geschichte dar. — Selbst im dritten Theile, den er auf die messianische Erlösung deutet (שופרות) , laßt er sich den Anknüpfungspunkt für das Episch-Historische nicht entgehen. — Echt dichterisch sind Ben-Joss's Anspielungen auf biblische Personen. Mit einem einzigen Worte, einer Wendung macht er sic kenntlich. Josua nennt er: משרת אהל; den Propheten Jona: ציר הבורח; Mose, Ahron und Miriam bezeichnet er als מכהן ורועה ואשר, נביאה (in der Abodah). Jabins Krieg gegen Israel und seinen Untergang schildert er unnachahmlich mit effectvollen kurzen Worten: ....יושבי חרושת אז הקשה להץ עורוהו בלי בצע יה נלחם בם צבא בלי בצע...... Den Tisbiten deutet er durch die Worte: פותח .וממטיר an, und Israel schildert er sehr zart als צבור בית und יונת אלם. Es kommen überhaupt in Ben Josä's Compositionen Schönheiten vor, die man erst, wieder bei Jbn Gebirol, Abu-Amr Joseph b. Chasdai und Jehuda Halcvi wiedcrstndet. Seine Anspielungen auf agadische Elemente sind nicht so versteckt und räthselhast wie bei Kaliri. Kurz, wenn Joss b. Josa der Schöpfer der neuhebräischen Poesie war, so hat er für die Nachfolger kern schlechtes Muster aufgestellt. Wir müssen aber unsere Aufmerksamkeit auf eine andere alte Aboda-Compositiou richten, die, obwohl weniger poetisch, doch beliebter war. Dadurch wird sich noch mehr ergeben, daß man Ben Josä mit Recht als den ältesten neuhebräischen Dichter ansehen muß. Die.Aboda אתה כוננת עולם ברוב חמר (früher im französischen Ritus