Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Kampf
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 11)
- Language
- German
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Daö jüdisch-theologische Seminar ju Breslau. IS nicht durch sie zu beleben verstanden3). Aber es wird häufig Judenthum und seine Wissenschaft aus Mangel an tieferer Wür» digung verkannt: eS nimmt mancher Gelehrte die früheren Borurtheile mit in seinen Forschungskreis hinüber und bauet auf fie als auf Axiome weiter fort. Wie häufig wird auch von Gelehrten dem Judenthum nachgesagt, daß es diese und jene Wahrheit nicht erkannt, ans einer niedern Stufe der Humanität stehen geblieben, sein Gott der des Zornes und nicht der Liebe sei u. dgl. m., wo ein vorurtheilsfreies Forschen, ein aufrichtiges Eingehen in seine Duellen ganz das Gegentheil zeigt! — Auch dieser Kamps muß ausgenommen werden; aber nicht mit den scharfen Waffen der Controverse und der feindseligen Entgegnung: die Gelehrten unserer Zeit sind mit wenigen Ausnahmen von dem Geiste der Humanität durchdrungen, hoffen wir also, daß fie die in der schlichten prunklosen Sprache der wahren Ueberzeugung mitgetheilteu Nachweise, daß sie uns verkannt, so aufrichtig und ohne Erregung anfnehmen werden, wie sie gegeben sind. — Und dieses wird diese Zeitschrift sich zur Aufgabe setzen: sie wird zuweilen Berichtigungen im Interesse der Wahrheit und der Wissenschaft bringen, bei denen ihr Vermeidung auch der leisesten Verletzung eine vorzügliche Aufgabe sein wird. Frankel. Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau*). Das Seminar begehet die sechste Gedächtnißfeier seines Stifters und wird in zwei Jahren den Cyclus der, in dem im I. 1863 veröffentlichten Programm angegebenen, dem wissen- 3) Auf einen Ewald kann man nur mit tiefem Bedauern blicken; er hat sich so in seiner Leidenschaftlichkeit verrannt, daß man für die Wissenschaft erröthet, zu deren Vertreter er sich aufwirst. Sehr ist aber zu bedauern, daß die wahrhaft humanen Gelehrten, die das Redactionscomite der Jahrbücher der Deutsch-Morgenländifchen Gesellschaft bilden, der Leidenschaftlichkeit Ewalds Zutritt zu dieser Zeitschrift (vgl. 13. Band 3. Heft) erlaubten. Sie mochten wohh durch manche Rücksicht auf Ewald geleitet worden sein; allein die Wissenschast, die hier in einem unwürdigen Ausfall verunglimpft wird, mußte höher als jede Rücksicht stehen. Auch wird die Verletzung hier um so tiefer empfunden, als die D. M. G. viele Juden als Mitglieder zählt. *) Dem eben erschienenen Jahresbericht entnommen.