Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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Hecenflonen und Anzeigen. 4L zeitigt werden, sondern begleitet die vertriebenen ״Sephardim " auf ihren mannigfachen Wanderungen nach der Türkei, Italien, Holland, Hamburg und Amerika, um auch da nach ihren in der geliebten Heimats, spräche forttönenden Gesängen zu lauschen. Die Sorgfalt des Verfassersgeht hierbei so weit, daß er ziemlich häufig Namen anführt, von denen sich eben weiter nichts als der bloße Name oder ein unbedeutendes Gelegenheitsgedicht vorfindet, oder die ihn überhaupt eine Vermüthung zu Juden umstempeln läßt. Dafür erfreut er uns aber mit der ausführlichen Schilderung einiger bis jetzt wenig gekannten und höchst interessanten Persönlichkeiten , denen mit Recht ein ehrenvoller Platz auf dem Parnaß eingeräumt werden kann. Da treffen wir in erster Reihe einen merkwürdigen Mann, R. Santob (Schemtob) de Carrion, dessen aus 628 Stanzen bestehenden frcimüthigen Rathschläge und Unterweisungen an den König Don Pedro (Consejos) schon Fi kn er vollständig in Original abdrucken ließ, während sie unser Verf. im Auszüge mittheilt und analhsirt (S, 34 —45). Unter den folgenden Dichtern sind hesonders^hervorzuheben der Scheinchrist Juan Al fonso de Baenq (S. 69—73), dem unser' Verfasser die poetische Begabung abspricht, dessen aus 576 größeren und kleineren Gedichten bestehendes Liederbuch aber doch von Gayangos und Pidal der Veröffentlichung würbig gehalten wurde (Cancionero del' Judino Juan Alfonso de Basna); der Cordover Schneider und Trödeljude Anton de Montorv, ein — liombre muy fatnoso — Poeto muy copioso (©. 85—-93), dessen Dichtungen das Handwerk eben so wenig Abbruch thun konnte, als denen des Hans Sachs und Jean Reboul. Der Verfasser Jührt uns von der pyrmäischen Halbinsel weg nach Italien und besonders nach Ferrara, zu den verdienstvollen und gelehrten Usque und Pinhel (S. 138 —140), den Uebersetzern der trefflichen ferarischen Bibel, von der Lessing behauptete, daß ein Theologe nur. dieser Bibel zu gefallen spanisch lernen müßte und zu Salomo Usque, dem Uebersetzer des Petrarca und Vers, des ersten jüdischen Drama in spanischer Sprache ״Esther" (in Gemeinschast mit Lazaro Gratiano). Von diesen Männern ׳geht der Verf. zu dem gefeierten Pfleger der castilianischen Muse in der Verbaunung, Moses Pinto D-elgado (S. 163 —163) über, der die Geschichte der Esther und Ruth zu epischen Gedichten verarbeitete und die Klagelieder in herrlicher Weise poetisch nachahmte. In Holland treffen wir dann den ,, traductor harmonioso del Psalterio misterieso“, David Abenatar Melo (S. 169—174) und mehrere