Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
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42 Recensionen undAnjeigen. bleiben, tragen nicht w emger dazu bei, «inen fast' magischen Einfluß auf den Beobachter auszuüben als in noch höherem Grade jene Geistesriesen, die dem Jndcnthume dort erwuchsen und die Märtyrerglorie, die seine jüdischen Bewohner für alle Zeiten umfließt. Dieses Interesse kommt dem obengenannten .Buche fördernd entgegen und veranlaßt gewiß viele Leser, die sich von Allem was den Stempel der jüdischen Literatur an der Stirne trägt, gerinschätzig abwenden, nach demselben zu greifen. Ob es aber der Vcrf. verstanden hat, das gespannte Interesse bis zu Ende wach zu"erhalten, inöchten wir Nur in einem gewissen Sinne mit Ja beantworten. Er unterbricht nämlich sehr oft die objective Auffassung durch langathmige, allgemeine Reflexionen und Expeetorationen, für die er entschieden keinen Berus hat und die gewöhnlich nichts anderes als längst ' bekannte Dinge in breiter, ermüdender Weise wiederholen. Ob der Vers, feiner recht gehandelt hat, die zahlreichen oft Nur zu minutiösen historischen Notizen, seiner Darstellung einzuverleiben,' ist wieder eine nicht unwichtige Frage, deren Tragweite der Vers, selbst an einer Stelle obenhin berührt und die wir sogai^zu einer Existenzfrage des Buches machen möchten. Wir glauben nämlich, daß der Vers, sich die Lesewelt zum Dank verpflichtet 'hätte wdUrt ׳Lr׳.divirM»a«i« schen Poesien der Juden überhaupt nicht losgetrennt, sondern im Zusammenhänge mit der von ihm versprochenen Geschichte der Juden in Spanien und Portugal behandelt haben würde. Wir haben diese Punkte absichtlich der Anzeige des Buches vorangeschickt, um uns mit desto besserem Gewissen zu den vielen Vorzügen des lehrreichen und fleißig gearbeiteten Werkes wenden zu können. Der talentvolle und strebsame Vers, hat 'sich in diesem Werke zur Aufgabe gemacht, die Spüren sämmtlicher spanisch -portugiesischer Dichtungen , die Juden zu> Verfassern haben, aufzusuchen, um daran einen Maßstab für die Beurtheiluug des poetischen Lebens der spanisch - portugiesischen Juden überhaupt zu haben. Er geht hierbei theils auf die Urquellen, die poetischen Schöpfungen selbst ein und theils muß er sich, wo ihm dieß nicht gestattet ist, .damit begnügen, die in älteren und neueren Werken, wie im Cancionero de Baena, heil Barrios, Aboab, Barbosa, Rod. de Castro. Ad. de Castro, Amador de los Rios, Ticknor U. Ä. sich vorfindenden Daten zu benutzen und nach gehöriger Richtung zu einem Gesammtbilde zu vereinen. Dabei beschränkt er sich nicht allein auf die poetischen Erzeugnisse, welche unter dem spanisch-portugiesischen Himmel ge.