Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die große Versammlung (Kneset ha-gedola), ihre Geschichtlichkeit, Zahl, Bedeutung, Zeit und Leistung
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 7)
- Language
- German
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Reeenstonen und Anzeigen. $7 hingegen war die Zahl 70 constant. Endlich hatte das Synhedrion legislative, gesetzesinterpretirende, richterliche und zuweilen auch executive Functionen, "wovon wir bei der großen Versammlung keine Spur haden. — Ich habe aus die zwei Hauptelementc in der großen Versammlung aufmerksam gemacht: das Ständische und Sopherische; diesem gemäß mag sich das Synhedrion der Art aus der großen Versammlung entwickelt haben, daß das eine Element über das andere die Oberhand gewann. Es muß eine Zeit eingetreten sein, in welcher das Patriciat seine Bedeutung verloren, die Gesetzeskunde aber das einzig Normireude geworden, so daß das Zusammenberufen der Stände überflüssig schien. Die Sopherim, welche Autorität genoffen, werden sich als Synhedrion constituirt haben. Doch dieses nebenher. (Schluß folgt.) Recensionen und Anzeigen. Der Lehrbegriff der Synagoge als exacte Wissenschaft. Von lir. S. L. Steinheim. XVI n. 468 S. Leipzig, 1856. Leopold Schnauß. Es gibt Erkenntnisse, die so zu sagen instinctiv eine Zeit besinnmen, ohne daß gerade bei vielen in dieser Zeit Lebenden und von diesen Erkenntnissen eben Bestimmten ein deutliches Bewußtsein derselben angetroffen wird. Sosist der unsere Gegenwart charakterisirende Zug in der Wiffenschaft nach dem sogeuaunteu Positiven und Realen, im Leben nach dem sogen. Praktischen, nicht selten ein Gegenstand lauter Klagen im Munde höher gestimmter, das Ideale in dm Bestrebungen nur niit Schmerz vermissender Menschen. Zugleich seltener jedoch hören wir statt der Klage die gewiß berechtigtere Frage, woher es doch wohl kommen mag, daß gerade unsere besseren Köpfe mit Hintansetzung der scheinbar für sie geschaffenen Disciplinen, wie namentlich der Metaphysik, sich den realen und mehr greifbaren Objecten zuwenden. Die Antwort auf diese Frage gewährt, abgesehen davon, daß sie zur Orientirung in der eigenen Zeit beiträgt, zugleich die tröstliche Gewißheit, daß wir in einer verhältnißmäßig sehr begünstigten Zeit leben. So gut gemeint nämlich auch die Besorgniß um den Verlust der idealen Besitzthümer der Menschheit ist, so wenig berechtigt ist sie. Wir dürfen, ohne für den Verständigen etwas Paradoxes zu sagen, getrost behaupten, daß es wenig Zeiten gegeben habe, in denen diejenigen idealen Besitzthümer,