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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 1 · p. Seite 20

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 1
Article
Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau
Date
1857-01-01
Page
Seite 20 (sequence 3)
Language
German
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20 Das jüdisch-theologische Seminar Geschichte der jüdischen" Literatur, Religivnsphilosophie und Ethik nach jüdischen Quellen, Homiletik, Pädagogik und Katechetik, rituelle (talmudische) Praxis, Geist des mosaischen Criminal- und Eivilrechts mit besonderer Hervorhebung des mosaisch-talmudischen Eherechts, Rechnung getragen werden. Auch ist der Besuch der Universität zur Pflicht gemacht.— Die in den Studienkreis gezogenen, an sich der Erziehungslehre angehörenden Fächer: Pädagogik und Katechetik besagen deutlich, daß in dem Volkslehrer auch zugleich der Jugendlehrer herangebildet werden soll. Diese Erscheinung ist ihrem eigentlichen Wesen nach dem Judenthum nicht fremd: der Rabbiner fand von jeher den Schwerpunkt feiner Aufgabe und den freudigsten Theil seines Berufes in Belehrung der erwachsenen Jugend, in dem Fortpflanzen der göttlichen Lehre in der Brust ihn umgebender nnd seinen Worten tauschender Jünglinge. Unsere Zeit hat darin eine Veränderung hervorgebracht, daß während der Rabbiner vergangener Tage den religiösen Elementarunterricht voraussetzeu durfte, der Rabbiner unsrer Gegenwart seine volle Aufmerksamkeit dem Unterrichte der früheren Jugend zuwenden muß, indem er ihn selbst ertheilt, oder ihn überwacht nnd leitet. Diese Aufgabe wurde streng ra Auge behalten: in dem Rabbiner soll zugleich der Lehrer erwachsen. Das Rabbinerseminar umfaßt in seinem Studienkreise die Sphäre des Lehrers und kömmt also der aus religiösem Gebiete gestellten DoppelforKrung, Volkslehrer und Lehrer für die Jugend heranzubildm, in den in ihm gebildeten Rabbinen nach. Doch sagt der genauere Einblick in das Berhältniß der jüdischen Gemeinden, daß der Kreis nach einer Seite hin zu weit gezogen sei. Deutschland hat viele, nur eine kleine Familienzahl zählende jüdische Gemeinden; der Lehrer reicht für den Umfang der Functionen aus, der Rabbiner überragt sie, er sindet den Kreis seines Wirkens zum großen Theile unausgefüllt und auch manche Functionen dem Ziele seines Strebens und seiner frühern Bildung nicht angemessen. Es mußte daher ein ausschließlicher Unterrichtskreis für sich zu Religionslehrern heranbildenden jungen Menschen geschaffen werden, der in weit weniger nmspannender Peripherie nur die dem Lehrer nöthigen Gegenstände umfasse. Zu der steten Aufmerksamkeit, die die Entwicklung des Seminars in hohem Grade in Anspruch nimmt, kam nun die inhaltsschwere Sorge, eine neue Abtheilung in's Leben zu rufen und sie nach ihren Gliederungen zu organisiren: nnd doch mußte bei dem täglich

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