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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 1 · p. Seite 6

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 1
Article
Was uns noth thut
Date
1857-01-01
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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6 Was uns uoth thut. genwart, die ebenfalls Geschichte macht und Vergangenheit und Zukunft miteinander vermittelt, nicht mit Stillschweigen übergehen. Bei Eröffnung dieses Journals im Jahre 1851 belebte uns die Hoffnung, es werde sich mehr kein Bedürfnis; kundthun, das Politische in den Kreis unserer Besprechungen zu ziehen: die Sonderstellung der Juden fei in Deutschland für immer beseitigt. Diese Hoffnung fing bald an zu erbleichen, und erscheint heute als ein flüchtiger Sommernachtstramn. Es ist tief zu bedauern, daß Staat und Kirche wieder in so innige Verbindung gebracht werden, daß, Wen die -Kirche nicht zu ihren Söhnen zählt, der Staat nicht als ebenbürtiges Mitglied anerkennt. Aber die Ausschließnng aus diesen Grund ist zu ungerecht, widerspricht zu sehr dem Begriffe des sittlichen Staates, als daß man allenthalben mit diesem Motive offell hervvrtreten wollte, das in seiner Eonsequenz auch die Ausschließung christlicher, zur Staatskirche sich nicht bekennender Consesflonen zur Folge habe» müßte. Es soll daher die vorgegebene sittliche Unzulänglichkeit des Juden aus- Helsen; und werden auch schlagende Beweise des Gegentheils geliefert, es wird von dein Verdammungsurtheile, das die solidarische Verantwortlichkeit der Juden für die Fehler des Einzelnen zur Grundlage nimmt, nicht abgegangen. -. Schmerzersüllt haftet der Blick auf Oesterreich, wo das in neuerer Zeit eingetretene Provisorium den Juden selbst in Ausübung der bürgerlichen Rechte hemmt und ihm sogar den Erwerb des Grundbesitzes untersagt. Oesterreich, dessen jüd. Unterthanen Böhmens mit der aufopferndsten Treue und Hingebung aus der Seite des Kaiserhauses in der verhängnißvvllen Czechenerhebnng der letzten Jahre standen, Oesterreich, dem die Juden Galiziens so viele Proben ihrer Treue ablegten, wird es viele-Tausende verstoßen, die ihnen kaum derliehenen Rechte zurücknehmen und sie wieder in den frühem Helotenstand hineindrängen? Freuen wir uns-daß von der Staats- Regierung Oesterreichs die Loyalität der Juden nirgend in Zweifel gezogen wird;: selbst in dem betäubenden Magyarenrausch blieben, wie die letzte Amnestirteulifie zeigt-), die :Juden, obschon von der magyarischeni Bevölkerung Ungarns von jeher sehr begünstigt,- am meisten nüchtern.--Das: Provisorium wird enden; und wenn auch die: Erfahrungen!-dieserJahre in ihrer Allgemeinheit uns nur schüchtern an Hoffnungen halten -lassen-, so glauben wir dennoch Vgl.-wor: -Jahrg. S. S4>.

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