Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Geisteslese aus der Schrift Bet-Jehuda
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
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32 Wissenschaftliche Aufsätze. daß ebenso in der l>. Schrift Städte genannt werde», die erst in der spätesten Zeit gegründet worden sind. ״Dem Verehrer der h. Schrift — fügt!׳ier M. erläuternd hinzu — wird cs nicht auffallcn, daß sie in ihren Ausdrücken und Worten auf später entstandene Dinge hinweist, wenn sie göttlichen Ursprungs ist". אל יפלא בעיני המחבב ומקלם תורח:ו שתהיה צופה ומבטח בלשונה ודבריה לדברים העתידים אם כלה מפי עליון .יצאה צופה ומביט עד סוף כל הדודות ״Moses beschwor Israel, beißt cs Nedarimb, das Gesetz aufrecht zu erbalten in seinem und nicht nach ihrem Geist". Modena bemerkt bierzu: ״Der Gesetzgeber mag seine Worte .noch so unzweideutig niederschreiben, so wird er damit doch eine Umgehung der Gesetze nicht permeiden können, wenn das Volk denselben nicht zugeneigt ist; denn jeder Ausdruck läßt verschiedene Deutungen z», und jemehr man sich oft dem stricken Wortsinne zu nähern scheint, dcstomchr ist man dem Geiste des Gesetzes fern, wie dies auch bei den SWmkin und ander» Verdrehern des Wortsinnes der Fall ist. MvscS empfabl daher auch den Israeliten, die göttlichen Worte nach seinem und nicht nach ihrem Geiste zu deuten. Was aber der rechte Geist der Schrift sei. dies lehret die mündliche Neberliefernng, welche sich traditionell erhalten hat." R. Ismael sagt in Ncdarim (Ui: Israels Töchter sind schön, die Leiden aber verunstalten sie: diesem fügt M. hinzu: ״Auch die Israeliten besitzen die schönsten Eigenschaften; nur die Leiden uud Drangsale, die sie in ihrer langen Verfolgungsgeschichte erduldeten, haben diese guten Eigenschaften geraubt (ולא הניח להם מדה טובה). Raba sagte einst zu R. Papa: Wenn ein Nechtsnrtheil von mir Eurem Tribunal übergeben wird, und Ihr glaubt einen Fehler i» ihm zu sehen, so kassirt cS nicht bevor Ihr mich darüber vernommen; nach meinem Tode kassirt es nicht, denn wenn am Leben, hätte ich es viel« leicht vertheidigt babe» können. Beziehet Euch aber auch nicht bei äh»- lichen Fällen auf dasselbe, denn der Richter hat nur nach eigner Ein« sicht und Vernunft und nicht nach Autoritäten sein Urtbcil zu fällen (B. Batbra 130). Diese Stelle wendet M. auf die Kritiker an, die mit Leichtsinn die Schriften lebender und verstorbener Autoren angreifen, und nicht beherzigen, daß der Autor seine Gedanken und Ansichten wohl von allen Seiten geprüft und untersucht habe, ehe er sie niedcrgcschrieben; mancher Eiferer hebe sogar ans einem ganzen Werke eine Zeile, ja oft nur einen Ausdruck hervor, der ihm mißfällt, während er selbst nicht fähig ist eine Seite zu schreiben, denn leichter sei es ein Kritiker als ein Schriftsteller zu werden. Besonders seien die Werke verstor«