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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 1 · p. Seite 10

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 1
Article
Dies- und jenseits des Meeres
Date
1856-01-01
Page
Seite 10 (sequence 6)
Language
German
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10 Dies- und jenseits de- Meeres. überläßt sic der Forsch- und Wissbegierde sie anfsnchender Geologen. Hieraus ctci\cu sic Beweise entlehnen ist eben eine solche 'Verkennung ibrcö Wesens, wie das Bestreben diese Beweise zu entkräften. Die Schrift konnte wahrlich das Häuflein der Jünger des im 18. Jahrhundert lebenden?(. Werner nicht im Auge habe», sie mnsite zu den vielen vor Werner lebenden Generationen, und zu den vielen mit und nach ihnr lebenden Generationen sprechen; und würde Josna anSgernfen haben: ״Erde, stehe still", so hätte er von den ihn begleitenden Schaaren vielleicht ein noch ärgeres Schicksal als Galilei zu gewärtigen gehabt. Ob die Schrift die Abstannnnng von einem Menschenpaare auf das ganze Menschengeschlecht, oder nur auf die damals bekannte kaukasische Nasse angewendet wissen will, ist uns Geheimnis;: vielleicht wird eine vorurtkeilsfreie, weder von kindischem Haffe gegen den Glauben getriebene noch von vermeintlicher Bibelglänbigkeit bestochene Forschung es lösen. Wie das Geheimnis; enthüllt werde, der Glaube bleibt nach seiner innern wie nach seiner historischen Wahrheit unangetastet. Ans der Verschiedenheit der Abstammung aber, wenn sie sich je erweisen sollte, einen Schluß ans das Recht der Unterdrückung einer andern Raffe ziehen, wäre die tiefste ^ünde gcgcir den Glauben und dessen Göttlichkeit. Und hier richtet der Jude ein Wort an den Bibelgläubigen. ״Tn sprichst, das; durch Annahme verschiedener Abstammung die sittliche Ordnung und die Bande der Menschlichkeit gegen viele Brüder sich lösen würden, nud du hältst jenen Glauben fest. Hast d» ihn gegen den Inden, der mit dir von ״einem Menschenpaare" stammt, bewahrheitet? Bist dn, der eifrige Bertbeidigcr des BibelwortcS, noch heute bereit ihn zu bewahrheiten, drohest du nicht im Rameir dieses Glaubens, der allein wie dn sagst allgemeine Menschenliebe begründet, den mit dir von einem Menschenpaare Abstammendcn an Recht und Freiheit zu beeinträchtigen? Nicht wegen der Abstammnng verkündet der Glaube Liebe, soirdcr» weil der Mensch ״im Ebcnbilde Gottes" geschaffen, weil in ihm, selbst bei geringeren Anlagen der Raffe, göttliche Würde, von Gott ihm zngctheiltc Selbstständigkeit, von Gott ihm gegebene Unsterblichkeit, ein vernünftigcr göttlicher Geist wohnt. Die von Urahnen abgeleitete Staunncsvcrwandtschaft verlischt im Laufe der Zeit; aber die sich ewig erneuende Göttlichkeit des Menschen, sic bleibt in ihrer Frische nud Unvergängljchkeit, so lange der Mensch, so lange in ihm das

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