Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Dies- und jenseits des Meeres
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
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7 Dies- und icnfcitfl deS MccreS. letzten Grund sucht: und hiermit in Verbindung stellen sie die Substantialität der Seele und daher eine Fortdauer nach dem sichtbaren (äußern) Anshören des Menschen, in Abrede. In der That trat als warmer Verfechter dieser freilich nicht neuen Ansicht über Scclensnbstaiiz K. Bogt auf. Nach ihm sind ״alle jene Fähigkeiten, die wir unter dem Namen Seelenthätigfeiten begreifen, nur Fnnetionen des Gehirns, oder -. wie er sich etwas stark ansdruckt — die Gedanken stehen in demselben Verhältnisse *in» Gehirn, wie die Galle zu der Vcber oder der Urin zu den Nieren." Daß selche Behauptungen den Naturwissenschaften nicht das Gepräge dcö Atheismus aufzndrücken vermögen, bedarf weist nicht der weitern Ausführung: seilte» een handgreiflichen Verkehrtheiten des berschenden auf den Gegenstand der Forschung Schlüsse gemacht und ein Zweig der Wissenschaften je in Verruf gebracht werde» kennen, weil ein taumelnder Jünger den heiligen Hain entweihet, sv müßte das ganze Gebiet des Denkens und Derschens mit Bann und Gn-emmunicatieu belegt werde». Ästhet dech gerade durch selche Abirrungen die Wissenschaft zur Erkenntniß! Das falsche der gedachten Behauptung liegt se nahe, daß eö fast nicht der ven mehreren Seiten erhebene» Widerlegung bedurfte. Bei der Seeretieu der lieber und der Nieren wird Materielles aus Materiellen abgesondert; in welchem Verhältnisse stehet aber der immaterielle, dem Reiche des Sinnlichen nicht angekercndc Gedanke hierzu, durch welchen Proceß soll er ans dem Blute ansgeschieden werden? Dieses wäre der Wunder unglaublichstes und, man kann sagen, unsinnigstes Wunder! Die Wissenschaft muß hier gestehen, daß sie ihre Grenzen habe, und so ist sie selbst die Fahrerin zu Gott, sie die laute Verküuderin einer Hähern, dem menschlichen Sinnen und Forschen nnzngänglichen Weltordnnng. - Wir übergehen was vom Hosrath;K. W a g n c r in Hannover entgegnet wurde, und die von ihm ausgestellte sonderbare Theorie, nach der ״das Vcrhältniß zwischen Leib und Seele, zwischen Seele und Gehirn in dem Bilde deö LichtäthcrS zu den ponderabeln Massen ungefähr vorgestellt werden kann"; auch sehen wir hier ab von dem paradoxen, die Materialität der Seele involvirenden Satz: ״Bon dieser Seelensubstanz kann etwas gerade so abge- »ommcn und übertragen werden, wie die Elcctrieität von der Eleetrisirmaschiue ans die Goldplättchen eines ElcetroscopS; und so lehrt cS die Physiologie der Zeugung, da die geistigen Eigenthnmlichkeiten der Eltern, Tugenden und Fehler des Vaters und