Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Briefe aus Berlin
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Rccensionen und Anzeigen. 33 nommen, welche ibm jalulick «00 Gulden und 3000 Mark Silber in tM0 Münze zu Berlin nnt' Stendal liefern mußten. Li pp old, Sohn M Iudal (זMud'im, der mit seiner Familie von Prag nach Berlin gezogen war, gewann des (yhivfiirftcn Gunst dermaßen, daß er ibn zum Qberaufseber über alle Juden in der Mark Brandenburg und zu seinem Kammerdiener und Münzmeister ernannte. Er verwahrte des Ehurfürsten Kleinodien, hatte die Auszahlungen des Hofes über stch und war des Ehursürsten Vertrauter. Die spccielle Erzählung der ferneren Schicksale dieses Lippold, gegen den nach dem Tode Joachims die gräßlichsten Beschuldigungen erbeben wurden und der unter der Anklage, daß er ein schrecklicher Zauberer sei, martervoll (1573) hingerichtet wurde, kann hier übergangen werden. Hingegen ist zu erwähnen, daß auch die Juden Berlins iu diese traurige Katastrophe, die sic übrigens durch ibren Neid und Haß gegen Lippold zum Theil!׳crbeigesübrt batten, mit bineiugerissen wurden. Noch int Jahre 1573 wurde ihnen anbesoblen Hab' und «Mit zu verkaufen, Abzugsgeld zu bezablen und das Land zu räumen. Bei dieser Gelegenheit, wird er- .zählt, plünderten eifrige Leute die in der Klosterstraße belegene Svnagoge. Dies ist die erste Erwähnung einer S Imago ge iu Berlin. So wie die Juden, so mußte auch ilwe Synagoge sich zuerst durch Sckmerzcnsschrei in der Geschickte bemerklich machen. Rccensionen nnd Anzeigen. Beiträge zur Sprach- Und Alrertlmmsforschung, auS jüdischen Quellen von hr. Michael Sachs. Erstes Heft. Berlin, Beit und Comp. 1852. VIII und 188. Wer die maßlose Willkür, die reget- und tactlose Erklärerei und die SchülerhaftigkeiL kennt, mit welchen das talmndisch-midraschische Sprachgut nur zu oft behandelt wurde, wer das Bedürfnis nach festen philologischen Normen für dasselbe empfunden hat, wird diese ״Beiträge" als eine erfreuliche Erscheinung begrüßen, welche geeignet ist, dem, wie der Hr. Vers, in der Vorrede eS. so richtig bezeichnet, ״dilettantenhasten Spielen, das mit kindischer Lust an einer beliebigen Einzelheit sich weidet", ein Ende zu machen. In der That war von dem Hrn. Vers., der vertrant mit dem Gebiete der klassischen Philologie und der jüdischen Literatur ist, zu erwarten, daß er die vielfach verunstaltete talmudische Sprachforschung zu wissenschaftlicher Berechtigung bringen werde. Er Träntet. Monatsschrift. Ul. 1. 3