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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 1
Article
Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
Date
1854-01-01
Page
Seite 15 (sequence 2)
Language
German
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Die vu'ua'c jüdische Citcrahiv und il'tc Beteutung 15 solche lu'ftimmt waren, deren Wissen schon den Grad erreicht hatte, das; ihnen das Verständnis! des darin besprochenen Materials mindestens nicht ganz abging. Was geschah aber, um auch der größeren Menge, die der altherkömmlichen religiösen Leitung größtentheils entbehrte, dahingegen den täglimcn Gindrücken der Außenwelt weit mehr als früher preiögegeben war, Kenntniß des Iudenthums und somit auch Achtung und Liebe für dasselbe wiederum einzuflößen?" Zu genügender Bcleuchtnng dieser Ihrer Frage werde ich etwas weiter ausholen müssen. Wir werdeir uns vor Allem klar zu machen haben, für wen gewirkt werden sollte und welche Mittel hierbei anzuwenden waren, um den von Ihnen angedenteten Zweck zu erreichen. Sie werden damit einverstanden sein, daß es Vorzugsweise dreierlei Bestandtheile im Volke gab und noch gibt, die, unter den veränderten Verhältnissen, welche die neue Zeit schuf, religiöse Belehrung Und Anregung in einer seinem jeden derselben eigenthümlichen Weise erheischten; für die es Bedürsniß wurde, die heilbringenden Quellen der alten Lehre in wohlgetäfelte Brunnen zu fassen, um mit Erfolg daraus schöpfen zu können. — Erstlich war es die Jugend, der nicht nur Gottesfurcht, Sittlichkeit und richtige Erkenntnis; beigebracht, sondern die auch belehrt werden mußte, wie unsre Religion selbst das Licht einer umfassenden Forschung nicht zu scheuen habe; damit sie — die jüngere Generation — in Liebe und Anhanglichkcit zur väterlichen Religion dadurch erstarken möge und zur treuen Ausdauer in derselben, unter allen Prüfungen und Wechselfällen des Lebens, an Kraft gewinne. Boten ja die verschiedenen Berufskrcise, die sich nunmehr eröffnet hatten, jetzt der Verlockungen weit mehrere und in erhöhetem Maaße dar als früher! — Sodann waren auch die Erwachsenen zu beachten und mußte ihnen nranche Sorgfalt gewidmet werden. Dir große Anzahl Derjenigen beiderlei Geschlechts, die, zwar von jeher einer tieferen Religionskenntniß enrbehrcnd, doch in früherer Zeit theils durch Erziehung und Angc- Wohnung, theiis durch fleißiges Lesen der im alten faßlichen Gewände vorhandenen Erbauungsschristen (vcrgl. meinen zweiten Brief S. 81. seq. d. vor. Iahrg.) eine ihren Geistes- und Gemüthsbedürfnisseu entsprechende Nahrung erhalten hatten, blieben jetzt, wo jene Kost nicht mehr allenthalben mundete.

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