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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 1 · p. Seite 31

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 1
Article
Die Essäer nach talmudischen Quellen
Date
1853-01-01
Page
Seite 31 (sequence 2)
Language
German
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31 Wissenschaftliche Aufsatze. einem ftühern AufsaA*) nachzuweisen versucht, daß die Lalm. Quellen die Essäer kennen und ihrer häufig erwähnen; der Essäer ist der in der Mischna und Beraita oft vorkommende חבר . Josephus hat, unt au griechische Muster anzupassen, ein starkes Colorit aufgetragen und den Essäismus in seiner Ueberschwänglichkeit zur Staffage genommen; die jüdischen Quellen bleiben bei dem im täglichen Leben sich bewegenden חבר stehen; jeder Gebildete — Wissenschaftliche — mußte sich als חבר geriren: sein Gegensatz war der Zdiot, Pöbel (^עם האר)• Von dem ,Chaber wurde eine nach gewissen Normen geregelte Lebensweise ver- Langt, und hierdurch wurde er Object der Ha Lach a, über die hinaus Mischna und Beraita nicht gehen wollen. Doch findet man nichtsdestoweniger in ihnen manche Hinweisungen aus den höhern Grad des Essäismus, und bieten sie manche durch ihre Absichtslosigkeit nm so sichere Unterlagen. Die Forschung muß diese in ihr Gebiet ziehen, 'und hat hier auf folgende Fragen ihr Augenmerk zu richten: welchen Einfiuß hat der Essäismus auf Entwickelung des Judenthums geübt? Fand dieser Einfluß einen Gegensatz oder wurde ihm unbedingt gehüldigt? Wie lange -hat der Essäismus sich selbstständig behauptet, wann tritt er hervor und wieweit herab reicht die Spur der Essäer? Man muß, will man sich nicht in vage, bei dem mindesten Lichtstrahle der Wahrheit in Nichts aufflackernde Hypothesen verlieren, auf dem geschichtlichen Boden verbleiben; aber der Geschichtsfaden ist in dem Bereiche der srühern jüdischen Religions- Wissenschaft überhaupt sehr schwach, es sind in der Mischna älteste und jüngste Lehren und Meinungen nebeneinandergestellt, und es bedarf einer fast divinatorischen Gabe, um die Zeitbestimmungen ausfindig zu machen. Doch bieten sich bei der vorliegenden Untersuchung manche Spuren dar, die, wenn zwar schwach und mitunter sich ganz verlierend, doch wieder auf einer andern Seite scharf markirt zum Vorschein kommen, und wenn auch nicht zu unumstößlicher Gewißheit, doch zur Wahrscheinlichkeit führen. Wir wollen den Ausgangspunkt von den Benennungen nehmen, unter denen die Essäer in den talmudischen und profanen Schriften vorkommen. In der Mischna und Beraita heißen sie: , חסידים הראשונים ענועין , ותיקין , חברים . Die erste Benennung ist gewöhnlicher als die zweite״ und dritte, am häufigsten חבר , חברים . Von den חסידים הראשונים wird mit vieler Achtung gesprochen; sie werden bet verschiedenett religiösen Normen gleichsam als Muster angeführt (vgl. Berachot 1) Die Essäer. Eine Skizze. Frankel, Zeitschrift für die religiösen Lnttreffen des Judenthums. Jahrg. 1846. S. 441-7461. Der gegenwärtige Aufsatz ist als eine Fortsetzung dieser Skizze zu betrachten.

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