Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
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26 Recensionen und Anzeigen. zuerst selbst dem Leser vorgesührt werden und sodann die bezüglichen Schriften und Urkunden, woraus der Geschichtschreiber seinen Bericht entnahm, als Belegstücke folgen, müssen auf dem verworrenen Pfade der Kabbala zuerst die einzelnen aufgefundenen Blätter und Steinchen gezeigt und mitgetheilt werden, damit man sie mustere und prüfe, ob sie?wirklich als Spur gelten können, sich in jenem Jrrgewinde zurecht zu finden. Sind die Spuren als sichere anerkannt, so wird der weitere Weg zum Ziele um so leichter fortzusetzen sein. Darum gibt uns Hr. I., ehe er sein größeres Geschichtswerk über die Kabbala zum Abschluß bringt, wieder eine Auswahl theils ungedruckter, theils früher nur unvollkommen edirter Materialien zu dieser Geschichte; er versetzt uns gleichsam in die Werkstätte selbst, zeigt Stoff und Arbeitszeug, wie sie bei Construirung einer solchen Geschichte angewendet werden müssen. — Diesmal sind es vier Schriftstücke aus der vorsoharischen Kabbala, die Hr. I. im Urtexte nebst einleitenden Bemerkungen in deutscher Sprache über Charakteristik, Zeitalter, Verfasser, besondere Verhältnisse und Quellen re. veröffentlicht. 1) מסכת אבילות . Tractat über die Emanation ist eine 8 hebr. Druckseiten umfassende Abhandlung, worin der hohe Werth der geheimen Wissenschaft für den wahrhaft Gottesfürchtigen gepriesen wird, die 4 Welten der Kabbalisten aus Jes. 43, 7. definirt und deren Inhalt und gegenseitiges Verhältniß beschrieben, sodann Weisheit (חכמה), Einsicht (1 (תכלנהutf> höhere Vernunft (כינה) gleichsam als Organe Gottes bei der Schöpfung hingestellt werden, denen jedoch in Bezug aus den Menschen Gottesfurcht vorzuziehen sei, wie aus Bibel- Versen nachgewlesen wird. Zuletzt wird die erste Mischna des Buches Jezira angeführt, die 10 Sefirot als ״Handwerkzeuge Gottes" הלי אומגות של הקנה dargestellt, ihre Benennung von ״Sappir" (Ex. 28,18.) und von ״Zählen" (Hiob 38, 37.) entlehnt und eine jede derselben in midraschi-explanatorischer Weise auf einen Bibelvers gestützt. Das Ganze ist in Form von Vorträgen von 4 Söhnen Joseplsss, Namens ELiah, Jaarcschja, Sacharia (Sichri) und Jerocham (vgl. 1. Chron. 8, 27). Der Styl ähnelt den späteren Midraschim und die Haltung ist fragmentarisch. Wie auch der Herausgeber erwähnt, existiren hiervon bereits zwei Editionen (Wilna 1802, von dem Sohne des berühmten R. Elia Wilna, und eine fehlerhaste Lemberg 1850);. Fürst, der diese Abhandlung für ein Erzeugniß des 7. Jahrhunderts hält, weil von einem Einflüsse des arabischen Elements darin nichts zu merken sei, gibt ein kurzes Jnhaltsverzeichniß daraus im Orient Jahrg. 1851 S. 342, vgl. auch des Unterzeichneten Anm. -XV. S. 54 zu ״Munk's Philosophie und philosophische Schriftsteller der Juden." — Aus den