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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-10-01 · Heft 1 (Oktober 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 1 (Oktober 1851)
Article
Skizzen zu einer Einleitung in den Talmud
Date
1851-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 37 mentar zu ihm lebte in dem Munde der Gelehrten, und er fand endlich einen unübertrefflichen Kommentator in N. Satomon Jizchaki, der ihm für immer Verständlichkeit sicherte. Auf diesem Gebiete ist fast Alles geebnet: der Text ist in den meisten Traetaten festgestellt, die wichtigeren Lesearten aufs gründlichste discutirt, und die Tractate selbst, so viele deren in früherer Zeit waren erhalten: hier betritt man einen festen und geebneten Boden. Ganz anders ist das Verhältniß des jerusalemischen Talmuds: nicht nur einzelne Traetate sondern ein ganzer Theil — LoclsLelüm — der noch im 12. Jahrh. gekannt war (vgl. Maimonides Einleitung zu Seräim) ging verloren*); und in. den erhaltenen Traetaten wie viele Lücken, welche mangelhafte Lesearten (schon Namban respons. 96 klagt hierüber); und wie ungenügend und nichtentsprechend die angestellten Erklärungs- und Verbesserungsversuche: man siehet sich fast auf jedem Schritte verlassen! Der geniale Meister der historischen Talmudkritik, Napoport, weiset (Lebensbeschreibung des R. Nissim Aumerk. 17 Bikkure Haittim 5592. vgl. auch Nachträge zu R. Nathan 17 und Kerem Chewed Th. 6. S. 228 ff.) nach, daß schon in den ersten Jahrhunderten nach der Nedaction des babvl. T. der jerus. Talmud in Babylon, wo damals unter den Geonim der Sitz der Akademien war, nicht angebauet wurde: erst im zehnten Jahch. wurde durch R. Nissim das Studium des jer. Talm. wieder angeregt 2). Dieses 1) Ob dem N. Hai Gaon auch ein sechster Theil des jer. T.— Taharoi — Vorgelegen, wird der Kommentar des N. Hai zu.Taharot, der von Herrn D. Cassel zum Drucke vorbereitet wird, lehren. S) Napoport meint, daß in Italien, das mit Palästina in Verbindung blieb, der jerus. Talmud stets cultivirt wurde. N. Chuschiel, einer der vier Gelehrten aus Bart, die auf einer Seereise gefangen und theils nach Afrika theils nach Spanien verkauft wurden (vgl. unsere frühere Zeitschrift Jahrg. 3. S. 397 ff.) verpflanzte dieses Studium nach Astica und sein Schüler N. Nissim verbreitete es weiter. Es liegt aber für die Behauptung, daß in Italien das Studium des jer. T. stets betrieben worden sei, sehr wenig Gewähr vor. Die aus dem jer. T. resulttrenden Normen sind in vieler Hinsicht von denen des b. T. verschieden, und es würden sich die religiösen Gebräuche der italiänischen Gemeinden in vielen wichtigen Punkten anders gestattet haben als die der übrigen Diaspora, was sich aber weder in früherer noch in späterer Zeit zeigt. Auch ist nicht abzusehen, welchen Einfluß der Zusammenhang mit Palästina auf das Studium des j. T. in Italien geübt, da doch in Palästina selbst schon lange vorher Schulen und Akademien aufgeh ort hatten. vgl. weiter. N. Nissim dürste übrigens nicht durch feinen Lehrer, wie Nap. meint, sondern durch einen von ihm verfolgten Zweck zum Studium des j. T. veranlaßt worden sein. Er schrieb seinen (von I. Goldenthal Wien 18-Lb edirten) „Mafteach", einen Schlüssel, der, wie er in der Vorrede sagt, an den bezüglichen

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