Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1851)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1851-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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27 Necenfiomn und Anzeigen. nung ans, daß es ihm gelingen möge, auch für die ferneren versprochenen Werke, zunächst für das Wörterbuch des Menach em b. Sernk einen ebenfalls kundigen Bearbeiter zu finden. Indem wir denen, welche Interesse und Gelegenheit haben, es überlassen, über die uns nicht ganz klar gewordenen näheren Verhältnisse der lieb reu Antiquarian Society Erkundigungen an Ort und Stelle einzuziehen, wenden wir uns zu der uns dargereichten ersten Frucht dieses Vereins, um unseren Lesern nicht blos von dem was, sondern, wie gearbeitet worden ist, unser unmaßgebliches Urtheil vorzulegen, da es gewiß der Theilnahme, mit welcher das gelehrte Israel die ThätigkeiL jener Gesellschaft verfolgt, vollkommen entspricht, wenn wir gleich bei dem ersten von ihr edirien Werke diejenigen Bedenken, die uns aufgestoßen find, neben der Anerkennung eines so dankenswerthen Strebens nicht unterdrücken und unser kleines Theil dazu beitragen wollen, die ferner zu veröffentlichenden Bücher einer immer größeren Vollkommenheit zuzuführen. Die kritische Einleitung, die Hr. PH. dem Werke voraussendet, belehrt uns, daß er nichts Geringeres beabsichtigt, als mit dieser Edition so zu sagen eine neue kritische Schule zu begründen. Von den vier Kategorien, in welche Hr. PH. die bisherigen Editoren von Werken einordnet, besteht die erste aus solchen, die ein Vorgefundenes Manuscript ohne Weiteres, wie sie es gesunden, abdrucken, ohne Rücksicht ans die Fehler, die darin enthalten sind; die zweite aus solchen, die ebenfalls das Manuscript treu wiedergeben, aber doch an einzelnen Stellen schüchtern die ihnen fehlerhaft scheinenden Stellen bezeichnen und ihre Confecturen für etwaige Emendationen mit bescheidenem Zweifel angeben; die dritte aus solchen, die nach eigenem Gutdünken ändern, ohne irgend wie davon Rechenschaft zu geben, und sich blos ans ihren kritischen Takt und ihr Wissen verlassen; die vierte endlich aus denen, die ans der Herausgäbe alter Werke ein bloßes Handelsgeschäft machen, ohne sich um den Inhalt der Schrift weiter zu bekümmern. — Es ist uns zunächst nicht klar geworden, ob der Herausgeber bei dieser Vierklasseneintheilung nur die Herausgabe jüdischer Werke oder alter Schriften überhaupt gemeint hat, und könnten wir fast geneigt sein, das Letztere anzuneh-. men, da nicht abzufehen ist, warum bei der Bearbeitung griechischer und römischer Autoren andere kritische Grundsätze anzuwenden seien, als bei der von hebräischen Schriften, und da es sich voraussetzen läßt, daß der Herausgeber des ersten von der Hebreu Antiquariat! Society veröffentlichten Werkes nicht unbekannt sei mit der Art und Weise, wie große deutsche und englische Philologen Klassiker zu cdiren pflegen. Dann aber müßten wir um so begieriger sein, zu erfahren, welches denn die Grund-