Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1851)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1851-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Schutzschrift dcS Joscphus Flavins gegen Apion. 17 Ehren Gottes und Lcbensrcgcln für die Menschen^). Von Artaxcrxes an bis aus unsere Zeit wurde zwar auch Alles verzeichnet; doch ist hier die Glaubwürdigkeit nicht so groß wie bei dem Vorhergehenden, weil die Aufeinanderfolge der Propheten nicht so genau ist^). Es ist aber auch bekannt, welchen Glauben wir diesen Büchern schenken. In diesem großen dahingegangenen Zeitabschnitte wagte Niemand Etwas hinzuzufügen, oder davon wegzunehmen, oder darin Etwas zu versetzen. Es ist vielmehr allen Juden von ihrem ersten Entstehen an angeboren, sie für die Lehre Gottes zu halten, in ihnen zu verbleiben und, wenn es Noth thut, für sie mit Liebe in den Tod zu gehe». So hat man schon oft erblickt viele (jüd.) Gefangenen Martern und die mannigfachsten Todesarteu in den öffentlichen Spielen erdulden, weil sie nichts von den Gesetzen und dem über sie Verzeichnten anfgebe» wollten. Wer von den Griechen würde, nicht nur für etwas dergleichen sondern selbst wenn es sich um den Verlust aller ihrer Schriftwerke handelte, irgend einen Nachtheil erdulden? Denn sie halten sie nur für Worte, zusammengefügt nach dem Willen der Verfasser. Und mit Recht urtheilen sie so über die früheren, da sie sehen, wie Manche in der Gegenwart über Begebenheiten schreiben, bei denen sie nicht zugegen waren und sich auch nicht einmal bestreben sie aus dem Munde derer zu erfragen, die hierüber Auskunft geben könnten. So veröffentlichten Manche nachlässig geschriebene Geschichten über unfern jüngsten Krieg: sie selbst waren nich; auf dem Kriegsschauplätze, gingen auch nicht die handelnden Personen an, sonder» setzten Einiges aus dem Hörensagen zusammen: und hierbei thun sie sich schamlos genug auf den Namen einer Geschichte zu Gute! 9. Ich aber habe sowohl über den ganzen Krieg als über seine einzelnen Theile eine wahrhafte Geschichte geschrieben^), da 2) Josephus nimmt hier .22 Bücher an: wie Einige glauben, nach der Buchstabenzahl des jüd. Alphabet. Er setzt hier die Zeit des Artaxerxes als die des Abschlusses der h. Schrift, weil er den Vorgang des Buches Esther unter Artaxcrxes (vgl. Alterth. II. 6.) annimmt. Es wurde viel über die obigen dreizehn und vier Bücher geschrieben, vgl. Eichhorn Einleitung in'das A. T. LH. l. tz 38 ff. Die dreizehn Bücher scheinen: Josua. Buch der Richter. Ruth. Samuel. Könige. Chronik. Jesaias. Jeremias und Klagelieder. Ezechiel. 12 kleine Propheten. Daniel. Esra und Nehemia. Esther. Die vier Bücher: Psalmen. Sprichwörter und Prediger. Hiob. Hoheslied. 3) Hier sind gemeint die Apokryphen. Josephus nennt die Verfasser ungenau Propheten. L) In der oben S. 9 Anm. .2 angeführten Schrift über den jüdischen Krieg. Frankel, Monatsschrift I. 2