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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-10-01 · Heft 1 (Oktober 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 1 (Oktober 1851)
Article
Einleitendes
Date
1851-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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4 Einleitendes. scheinungen wandelten, der göttliche Gedanke blieb in den Geschlechtern unwandelbar, er wurde mit derselben unveränderten Begeisterung von den jedesmaligen Trägern getragen. Doch die Träger sind schwächer geworden, jenes innere Leben hat an Intensität verloren; und so ist seit einem gewissen Zeiträume das Judenthmn in das Stadium der Geschichte getreten, und die Forschung sucht nun eine Geschichte für jene frühere'Zeit auf. Sie findet fic in den Leiden und herben Entbehrungen; aber sie würde bald den Griffel der diese schauderhaften Bilder verzeichnen soll ermüdet niederlegen, so sie nicht in jenem Wiederstrahle des göttlichen Gedankens den würdigsten Gegenstand für Geschichtsschreibung erblickte; sie nimmt in der jüdischen Geschichte zwei groß« hervorragende Resultate wahr: In dieser Erhaltung der Inden waltet die Gottheit, in diesem Selbsterhalten der Juden waltete ein Inneres, Göttliches. Mit diesen Resultaten den Leser bekannt zu machen wird diese Zeitschrift sich bemühen. Sie wird manchen Abschnitt aus der Vergangenheit bringen, und die Macht des Glaubenswillens und der Glaubenskraft zu vergegenwärtigen suchen. Sie wird aber auch zugleich bestrebt sein den eigentlichen Forderungen an eine Geschichtsschreibung zu entsprechen, und in ihren Mittheilungen dem Historiker Material, das noch weit über das Gebiet des Judenthums hinausgehet, dem gebildeten Leser jene innere Befriedigung, die überhaupt große Borgänge erwecken, zu bieten. — Da übrigens auch die Gegenwart mit Geschichte macht, den Faden aus der Hand der Vergangenheit nimmt und die Zukunft vermittelt, so haben auch bedeutende Vorfallenheiten und Zustände der Jetztzeit eine nicht zu übersehende Berechtigung, sie sind Bausteine und Grundlagen, durch und auf die das Geschichtsgebäude weiter begründet werden soll, und von denen die Gegenwart selbst getragen wird. Nur bedarf es der strengsten Sichtung, ob diese Bausteine tauglich, ob sie nicht an der Glut der Leidenschaftlichkeit oder Parteisucht gebrannt sich in der Hand des Bauenden zu Sand und unbrauchbarem Kies zerbröckeln. Es werden daher Berichte über einzelne Vorfälle selten, jene die Persönlichkeiten berühren, gar nicht gebracht werden. Der Bortheil, daß hierdurch manche Schattenseite aufgedeckt und die Heuchelei oder Bornirtheit in ihrer eigentlichen Blöße dargestellt werde, wird weit von dem Nachtheile Überwegen, daß oft das Heiligste und Ehrwürdigste entstellt und entwürdigt wird, und vereinzelte Berichte der Versteck sind, aus welchem die unreinsten Leidenschaften ihre Pfeile gegen würdige und redliche Männer senden. Nur Mittheilungen über jüdische Zustände in einzelne» oder meli-

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