Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 301 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen und kurze Mitteilungen. Baer Fritz, Studien zur Geschichte der Juden itn Königreich Aragonien. (Berlin, Ebering, 1913.) Heinrich Finke konnte vor kurzem in den »Geisteswissenschaften« ein Erwachen des geschichtlichen Sinnes auf der Pyrenäenhalbinsel feststellen, Reiche Quellenpublikationen versuchen die zum größten Teil noch ungehobenen Schätze jener Länder zugänglich zu machen, aber vieles bleibt noch zu tun übrig. Zwei Publikationen haben das viele bisher verstreute Material gesammelt, einmal im Jahre 1911 die spanische von Francisco de Bofarull y Sans: »Los Judos en el territorio de Barcelona« und die französische von Jean Regner: »Catalogue des actes de Jaime I., Pedro III. et Alfonso III., rois d* Aragon concernant les juifs« (Paris 1912 f.) Diesen beiden Werken gegenüber benutzt Baer in erster Reihe die hebräischen Responsen der aragonischen Talmudgelehrten. Vieles wichtige Material harrt nach Ansicht des Verfassers noch der Veröffentlichung, sowohl in spanischer als in hebräischer Sprache. Im ersten Abschnitt setzt sich Baer mit der rechtlichen Stellung der Juden in Aragonieij auseinander und schildert zuerst die Beziehungen zwischen den Juden und den öffentlichen Gewalten. Hier zeigt er bei Betrachtung ihrer staatsrechtlichen Stellung, wie man auch auf sie im 14. Jahrhundert die in Deutschland und Sizilien übliche Bezeichnung als Kammerknechte anwendet; sie sind des Königs Eigentum^ Ihrer persönlichen Unfreiheit entsprach auch eine sachliche, ihre Steuern und Abgaben stehen jedoch durchaus im richtigen Verhältnisse zu denen der christlichen Untertanen. Es waren neben indirekten auch direkte Steuern, vor allem kommt im 13. Jahrhundert ein Jahrestribut hinzu. Interessant ist die Pflicht, die den Juden oblag, den König, seine Familie und das Hofgesinde zu beherbergen, später wurde diese dann in eine Abgabe umgewandelt. Baiulus oder Merinus ziehen als Vertreter der königlichen Gewalt gegenüber den Jud,en die dieser zustehenden Abgaben ein. So ließ die Judenpolitik der aragonischen Könige drei Gesichtspunkte erkennen, nämlich: die Förderung der katho-