Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Berichtigungen zum Sklavenrecht in der talmudischen Archäologie von S. Krauß
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 9)
- Language
- German
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276 Berichtigungen zum Sklavenrechte in der talmudischen missionswillen [nur geschlossen wird. Ebenso haben wir bei (.שכיב מרע שכתב כל נכסיו לעבדו* (גיטין ט« eine manumissio per epistolam. 20. Das. Z. 13 v. o. »2. wenn er ihn für herrenlos (הפקיר) erklärt«. Auch dieser Fall von חפהךר gehört nicht hierher, denn der מפקיר sagt ja ausdrücklich daß er seine Ansprüche an den Sklaven aufgibt 21. Das. dieselbe Z. »doch ist gegen Anfechtung nachträglich ein Freibrief nötig«. Der Freibrief ist nicht gegen Anfechtung, sondern (להתירו בישראלית« נר״שי גיטין ל״ט* nötig. Daher sagt /אמימר המפקיר עבדו ומת אותו עבד אין לו תקנה גיטין מ 22. Das. Z. 17 v. 0. »4. wenn der Herr den Sklaven Hand- Jungen vollziehen läßt, die nur einem freien Mann zukommen; z. B. ihm eine Frau gibt, zu seinem Gelübde spricht »es soll dir gelöst sein«, womit er den Sklaven einem freien Männe gleichstellt, oder ihn in der Thora lesen, Phylakterien anlegen läßt usw.« Diese Worte des Verfassers sind etwas unklar. Schauen wir uns einmal die Quellen näher an. In b. Gittin 3g b heißt es עבד שנשא את בת חורין בפני רבו יצא לחירות« י« und das. 40a עבד שהניח״ תפילין בפגי רבו יצא לחירות.“ Diese Referate, aus welchen hervorgeht, daß schon die Passivität des Herrn den Handlungen des Sklaven gegenüber genüge, um dem Letztem die Freiheit zu verschaffen, werden im Talmud corrigiert und umgeändert in »כשרבו השיאו אשר,« *כשרבו הניח לו תפילין«. Die Passivität des Herrn genügt also nicht, er muß vielmehr aktiv eingreifen, er muß seinen Sklaven mit einer Freien verheiratet haben, er muß ihm Gebetriemen mit eigenen Händen angelegt haben, erst dann erhält der Sklave die Freiheit. Es fragt sich nun, was acceptiert der Verfasser? Die ursprüngliche Form der Referate oder die Korrektur? Sehen wir uns seine Worte nochmals an, »4. wenn der Herr den Sklaven Handlungen vollziehen läßt, die nur einem freien Manne zukommen« — die Passivität des Herrn genügt also, um dem Sklaven die Freiheit zu verschaffen —»z. B. ihm eine Frau gibt« — hier wird die Passivität in eine Aktivität verwandelt,