Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
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248 Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus. gebildet, der Ijjar im Jahre, die linke Hand am Lebewesen usw. Die übrigen Buchstaben und oben erwähnten Körperteile entsprechend den übrigen Tierkreisbildern; Zwillinge entsprechend dem rechten Fuße; Krebs dem linken Fuße; Löwe der rechten Niere; Jungfrau der linken Niere; Wage der Leber; Skorpion der Milz; Bogen(schütze) der Galle: Bock dem Magen; Eimer dem Darm; (Wassermann); Fische dem . . . (Jezirah, ed. Warschau, 1884) und Kommentare. In manchen Ausgaben entspricht das Herz einem Tierkreiszeichen; es ist auch sehr auffallend, daß gerade dieses edle Organ fehlt. Der korrekteste Text scheint der von Elia Wilna nach Hand- Schriften revidierte und kommentierte zu sein, weicher der Warschauer Edition beigedruckt ist. Es darf hier auf die merkwürdigen Darstellungen eines nackten Menschen hingewiesen werden, der alle Tiere des Tierkreises an den Körperteilen trägt (Öfele, Materialien zur Bearbeitung der Babyl. Medizin, 1,32.) — Daß hier alte Traditionen vorliegen, ist außer Frage. Gehört Jezirah auch nur in das gaonäische Zeitalter (Zunz G־V. 175), so sind die darin aufbewahrten Überlieferungen doch viel älterer Herkunft. Die gaonäische Zeit ist gerade diejenige, in der die Geheimlehre und Astrologie häufig war (780—900); aus etwas späterer Zeit (um 1000) stammt das Buch Rasiel, in dem ebenfalls die Tierkreiszeichen eine Rolle spielen. Der Zusammenhang des Alfabets mit dem Tierkreiszeichen hat seit jeher die Forscher beschäftigt. Die kabbalistischen Schriften sind voll davon. Im Anschluß an diese haben Agrippa von Nettesheim und Pico della Mirandola und von neueren Gelehrten Seyffarth, Hommel, Erbt und Winckler darüber geschrieben und verschiedene Hypothesen aufgestellt. Stucken behandelt in seinem Werke »Der Ursprung des Alphabets und die Mondstationen« (Leipzig 1913) dieses Thema in umfassender Weise. Das Buch Jezirah hat einem Forscher von Rang den Grundstock zu einem großen, wissenschaftlichen Werke geliefert, das an unzähligen Stellen auf diesem Büchlein fußt und ihm die höchste Bedeutung zumißt. Es ist das zweibändige Werk