Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 213 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts. Von Joseph Bass. (Fortsetzung.) Die Darstellung der Juden bei Adalbert Grafen Sternberg. Den Roman: Der Christengott und der Judengott von Adalbert Grafen Sternberg, Wiener Verlag, Wien und Leipzig 1907. 142 S. würde ich, da er literarisch ganz wertlos ist, nicht erwähnen, wenn nicht der Verfasser wegen seiner Schimpfereien über Alles, also auch die Juden, im letzten österreichischen Abgeordnetenhause so berüchtigt wäre. Das allein aber ist natürlich kein Grund, wohl aber sind es einige Bemerkungen, die zu dieser schroffen, unfreundliehen Haltung im öffentlichen Leben den größten Gegensatz bilden. Held der Handlung ist im Anfang Graf־ Schwandorf, der durch Vermittlung des Barons Blaumeier (lies: Rothschild) die Geheimratswürde erhalten hat; denn Blaumeier ist eben allmächtig. Er hat einen gewaltigen Einfluß auf die Presse, und alle Geldtransaktionen hängen von seinem Willen ab. Der Minister des Äußern und des kaiserlichen Hauses existiert nur, solange Blaumeier es gestattet. Aber er macht nur selten Gebrauch von seiner Macht; er ist ein guter Mensch, der nur die eine Angst hat, daß man über ihn schimpfen könnte; das kann er nicht vertragen. Schon Schwandorfs Großvater hatte enge Geschäftsbeziehungen zum Bankhause Blaumeier, Graf Schwandorf hält sie weiter aufrecht, und weil der jetzige Chef des Hauses ihm sehr viele geschäftliche Wohltaten erwiesen hat, ist er sein aufrichtiger und dankbarer Freund, wogegen die Gräfin, die in ihrer katholischen Gesinnung etwas