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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 4 · p. Seite 181

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 4
Article
Ein Judentag aus Süd- und Neuostpreußen
Date
1915-01-01
Page
Seite 181 (sequence 2)
Language
German
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Ein Judentag aus Süd- und Neuostpreußen. 181 anderer Teil hatte bereits früher einen glanzvollen Namen in der Geschichte ihrer Gemeinden errungen. Mit Ausnahme des Sochaczewer Deputierten waren sie sämtlich in Südpreußen beheimatet, größtenteils aus dem heutigen Regierungsbezirk Posen. Aus dem hier dargebotenen Protokoll dieser Tagsatzung ist ersichtlich, daß die südpreußische Judenschaft bereits im Sommer 1793 nach der zweiten Teilung Polens in Wreschen zu der Neugestaltung der Dinge Stellung nahm, ohne daß wir näheres über diesen Juden tag erfahren. Die in Kleczewo versammelten Notabein waren von der »Herzensgüte des Königs und seiner Ratgeber« überzeugt, wußten sich mit ihren Genossen, den Posener Ältesten, darin eins, daß sie gern »die wohltätige Absicht Sr. Majestät mit gerührtem Danke anerkennen«1), waren aber auch des Umfanges und der Schwere ihrer neuartigen eigenen Aufgabe sich voll bewußt. Das Gen eral-Judenreglement gab zu einem gerüttelten Maße von Besorgnissen Anlaß. Gegenüber früheren preußischen Judenerlassen und der polnischen Rechtsunsicherheit ein Fortschritt, bedeutete es eine starke Einbuße an politischen und wirtschaftlichen Gerechtsamen2). Es galt, das Wohl und Wehe einer Bevölkerung von mehr als 160000 Seelen zu wahren, die in den Städten Neu- Ostpreußens fast ein Drittel der Gesamtbewohnerschaft ausmachte, in denjenigen Südpreußens ein Fünftel bis ein Sechstel3). Falls ף MS. a. a. O. S. 588, Warschauer in Zeitschrift für die Gesch. der Juden in Deutschland III, Braunschweig 1889, S. 40. Über Sochaczew vgl. Das Jahr 1793, Posen 1895, S. 6. 2) Vgl. Geiger, Geschichte der Juden in Berlin, Berlin 1871, S. 141, meine Geschichte der Juden in Lissa, Pinne 1904, S. 159 ff.. In MS. a. a. O. S. 587 f. werden die Mängel des Reglements nicht in ihrer Gesamtheit erörtert. 3) Holsche, Geogr. und Statist, von West- Süd- und Neuostpr. II, Berlin 1804, S. 266, 435, Schmidt in Altpreußische Monatsschrift XXXXV11I, Königsberg i. Pr. 1911, S. 429 Anm. 3, Zeitschr. für Gesch. und Landeskunde der Prov. Posen III, Posen 1884, S. 18. Wie wenig zuverlässig die damalige Statistik ist, ersieht man daraus, daß beispiels־ weise Holsche II 343 für Kempen 202 Juden vom Jahre 1800 an-

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